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Dienstag, 31. Juli 2012

Hans Schuh: Stoppt den Bio-Wahnsinn

Denn längst wird Biomasse im großen Stil global gehandelt. Ob Mais, Zucker und Soja aus Nord- und Südamerika oder Palmöl aus Asien, Deutschland kauft diese Ressourcen überwiegend im Ausland. Dazu notiert die Leopoldina-Studie für das Jahr 2010: »Ohne Importe hätten weniger als drei Prozent des Primärenergie-Verbrauchs durch in Deutschland gewachsene Biomasse nachhaltig abgedeckt werden können.« Tatsächlich wurden rund sieben Prozent des hiesigen Primärenergieverbrauchs aus Biomasse erzeugt – also mehr als das Doppelte. Und weil heimische Quellen weitgehend ausgeschöpft sind, kann ein deutlicher Ausbau der Bioenergie nur über Importe erfolgen.

Mein Blog befasst sich in einem umfassenden Sinn mit dem Verhältnis von Wissen, Wissenschaft und Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk richte ich dabei auf die Aktivitäten des Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann und der Bertelsmann Stiftung.

Thomas Pany: Deutsche Panzer für die neue Interventionsmacht Katar?

Auch das Herrscherhaus in Katar, die Familie al-Thani ist eng mit dem bahrainischen Herrscherhaus, den al-Kalifas befreundet (und sogar entfernt verwandt, der Stamm Utub, aus der die al Khalifas stammen, war bis 1783 in Katar zuhause). Sollte die schiitische Mehrheit in Bahrain dem Herrscherhaus weiter zusetzen, wäre es nicht mit völliger Bestimmtheit auszuschließen, dass eine Krauss-Maffei Wegmann Lieferung auch aus Katar zur Unterstützung der Freunde eingesetzt würde. Die Schiiten stellen in Katar nur eine Minderheit. Von internen Konflikten ausgehend von Schiiten ist bislang noch nichts an die größere Öffentlichkeit gedrungen; bisher gibt es, was innere Unruhen betrifft, aus dem durch große Gasfelder richtig reichen Land wenig zu berichten. Das viele Geld befriedet manches und deckt vermutlich einiges an Spannungen zu.

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Florian Rötzer: Vorteil in Mathematik durch Faulheit? Jungen raten, Mädchen zählen

Mädchen, so das Ergebnis, würden langsamer und genauer vorgehen, die Jungen schneller oder impulsiver und irrtumsfreudiger. Mädchen errechnen die Lösung eher durch Zählen, Jungen sollen fauler sein und lieber das Gedächtnis benutzen. Der "beobachtete Unterschied in der arithmetischen Genauigkeit", so Drew Baily, einer der Autoren, werde vermutlich durch die Bereitschaft verursacht, falsch zu liegen, wenn Jungen statt Rechnen den Gedächtnisabruf bevorzugen. Damit machen sie zwar mehr Fehler, sind aber schneller bei der Beantwortung, haben also eine kürzere Reaktionszeit, weswegen sie mehr Aufgaben in derselben Zeit lösen.

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Peter Nowak: Von Acta zu INDECT? - In mehreren europäischen Ländern gab es am Wochenende Proteste gegen ein EU-Überwachungsprogramm, das vor 2 Jahren gestartet ist

Ein Grund dafür könnte sein, dass mit Begrifflichkeiten wie "Orwells 1984" oder " Science Fiction wird Realität" eher Ohnmacht als Widerstandswillen erzeugt wird. Zudem ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass große Teile der Bevölkerung mit Kriminologen und Sicherheitspolitikern die Utopie einer Gesellschaft teilen, in der abweichendes Verhalten schon im Vorfeld erkannt und gegebenenfalls sanktioniert werden kann. Genau darum geht es bei dem Programm. Videokameras, die in Kombination mit Drohnen Menschen über einen längeren Zeitraum verfolgen, Computerprogramme, die Gesichter automatisch wieder erkennen und die abweichendes Verhalten schon an der Mimik oder der Handbewegung erkennen, bevor es ausgeführt wird.

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Montag, 30. Juli 2012

Blog von Jens Wernicke: Märchen, Kurzgeschichten und anderes

Blog von Jens Wernicke

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neulich-bei-netto.de: 3 Minuten Solidarität für Göttinger Vertrauensleute bei Netto

Ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen unterstützt die Beschäftigten und die ver.di Aktiven bei Netto. Das Vorghehen von Netto, Filialen von einem auf den anderen Tag zu schließen, verurteilt der Rat. Außerdem fordert der Rat der Stadt Göttingen von Netto, den Erhalt der Arbeitsplätze in der Region Göttingen.

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Kurt Drawert: Der entrissene Text VIII

Die E-Mail ist zu einer Ersatzform des Briefes geworden, bequem in der Handhabung, in Denkgeschwindigkeit zu distribuieren, synchron zu den Ereignissen selbst. Das ist ihr gewaltiger technologischer Vorteil. Aber wartet sie oder ihr Sender tatsächlich so lange, wie die Oma auf den Briefträger gewartet hat? Geduldig und voller Demut, wenn heute wieder keine Nachricht kam? Oder ist sie nicht schon lange distinguiert durch ihre Form und eine ihr anhängende Gleichzeitigkeitslogik? <Komm, ich weiss, dass du da bist und meine message gelesen hast>, und so weiter und so fort. Die negative Rückkoppelung auf die Ordnung des Geschriebenen ist klar: Text wird überlesen. Buchstaben fehlen, ganze Wörter stehen falsch in ihrem Satzverband, hier und da ein Abbruch der Rede. Man nimmt es nicht so genau und <versteht> - fast wie jenes <Verstehen>, das sie semantischen Lücken ausfüllt, wie sie jeder Literaturtext bietet, nur dass es sich um keine Poesie dabei handelt, sondern um gestohlene Zeit durch Frequenzverdichtung. Denn die Geschwindigkeit setzt ja keine <neue> Zeit frei, sondern presst in die vorhandene ein vielfaches Pensum. Wir (analogen) Menschen haben ja noch immer sich verbrauchende (analoge) Organe in einer genetisch vorgeschriebenen, natürlichen Zeit, die sich stets relativierend auf die künstliche unserer digitalen Umwelt legt, und in einer Ökonomie der Zeit heisst Frequenzverdichtung eben auch Lebensverkürzung - wobei wir über die symbolische, das heisst <empfundene> Zeit noch gar nicht gesprochen haben, die Gedächtnis und Erinnerung miteinander verkoppelt. Diese auf E-Mail-Mass erhöhte Toleranz für Fehler und Formlosigkeit, wie könnte sie nicht weitergereicht werden auf andere Produkte? Denn das Paradoxe an dem Perfektionsruf, wie die Maschine ihn ausstösst, ist das Arrangement des users mit dem exakten Gegenteil dessen - der blanken Lustlosigkeit und Verluderung. Wir nehmen im Forum der Maschine generell und pauschal die Vorläufigkeit des Gedachten (Geschriebenen) so hin, aber damit fragmentieren wir noch die Fragmente und entziehen dem Text seinen letzten Vorrat an Bedeutung. Die stumme Forderung der Maschine nach Perfektion in einer von Perfektionen glitzernden Warenwelt erzeugt im Sprachgebrauch ihrer Antagonisten - den unabänderlichen Verfall.
(Aus: Neue Zürcher Zeitung, 21. Juli 2012, S. 21)


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Michael Schmidt: Gescheitertes Waffenhandelsabkommen - Lieber keinen Vertrag als diesen

Das in Aussicht genommene Abkommen krankt zudem ganz grundsätzlich an einer allzu naiven Vorstellung von den Möglichkeiten einer wirksamen Kontrolle. Hätte es das Waffensammeln des Amokläufers von Denver verhindert? Nein, weil das nationale Selbstverständnis der Amerikaner dem entschieden entgegensteht. Hätte es die Weitergabe libyscher Waffen an Aufständische und Kriminelle auch in den Nachbarstaaten verhindert? Nein, weil Kontrolle einen funktionierenden Staat voraussetzt, einen, der Waffen zählt und den Handel mit ihnen überwacht. Hätte es den Bürgerkrieg in Syrien kleinhalten können? Nein, weil der Staat selbst Konfliktpartei ist und als Kontrolleur ausfällt, und weil der politische Wille der Lieferstaaten, Russlands, der USA und anderer, sich über etwaige Exportrichtlinien ganz einfach hinwegsetzt.

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GERFRIED SPERL: Obamas Schweigen zum "Batman"-Attentäter - Die amerikanische "Zivilgesellschaft" ist bewaffnet bis an die Zähne

Hätten Holmes oder Breivik eine arabische Abstammung, wäre den Journalisten nie in den Sinn gekommen, die Attentäter als Fall für die Nervenklinik zu beschreiben. Abgesehen davon, dass Islamisten in der Regel keine Psychiater oder Psychologen aufsuchen: Diese Art von Gewalttätern wird sofort mit Religion und Herkunftsvolk identifiziert, der Islam ganz allgemein als mitverantwortlich bezeichnet, und sei es auch nur in Form der Aufforderung, islamische Funktionäre und Imame hätten sich sofort von jeglicher Art der Gewalt zu distanzieren.

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Sonntag, 29. Juli 2012

quotenmeter.de Bertelsmann plant Offensive mit Buchverfilmungen

Um die Werke seiner internationalen Verlagsgesellschaft Random House prominenter in der Fernsehwelt zu platzieren, gründete die Bertelsmann AG die Initiative Random House Television. Diese wird sich in Zusammenarbeit mit der RTL-Schwesterfirma FremantleMedia auf die Fernsehverwertung von Lizenzen aus dem Buchmarkt konzentrieren.


Kommentar von Steffen Roski: Enzenzberger hat einmal sinngemäß über dir Gütersloher Türdrücker gesagt, Bertelsmann mache keine Autoren, sondern stelle Bücher her ... Letztlich geht es darum, das einmal lizenzrechtlich erworbene Werk solange auzuquetschen, bis nichts mehr Verwertbares darinnen ist. Das nennt man euphemistisch Wertschöpfung.Was dabei herauskommt, wenn RTL Literatur verfilmt, weiß man ohnehin: Dreck!


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Kurt Drawert: Der entrissene Text VII

Dieser Einbruch der site auf unsere Seite verschiebt alle Systeme und Referenzen der Texte ganz unabänderlich. Gerade einmal ein paar Jahrhunderte hatten wir Zeit, uns an den Buchdruck zu gewöhnen als eine Setzung, die ja auch so etwas wie teleologische Geborgenheit liefert, metaphysische Verbindlichkeit im Status ihrer stillen, dauernden Präsenz, schon flimmert das alles vor unseren Augen wieder weg und schickt uns ins All. Wer will, kann das als eine fundamentale Verstossung empfinden, die es der Tendenz nach auch ist. - Ob separierte oder kontextuierte Seite, die site im Internet spricht immer etwas anderes aus; sie ist eine zweite gesellschaftliche Vereinnahmung der Sprache im Akt ihrer technizitären Entleerung.
(Aus: Neue Zürcher Zeitung, 21. Juli 2012, S. 21)


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"Die Zeit" kanonisiert Europas Weltliteratur - Serie Teil 2 - 1950 - 1959

Tadeusz Borowski, "Bei uns in Auschwitz. Erzählungen". Aus dem Poln. von Friedrich Griese. Frankfurt am Main: Schöffling, 2006, Gb., 421 Seiten, 24,90 €

Simone de Beauvoir, "Die Mandarins von Paris. Roman". Aus dem Franz. übertr. von Ruth Ücker-Lutz und Fritz Montfort. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1997, Kt., 795 Seiten, 11 €

Samuel Beckett, "Der Namenlose. Roman". Aus dem Franz. von Elmar Tophoven. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1995, Tb., 178 Seiten, 6,50 €

Boris Pasternak, "Doktor Schiwago., Roman". Aus dem Russ. übertr. von Reinhold von Walter. Übertr. der Gedichte des Juri Schiwago von Rolf-Dietrich Keil. Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1991, Tb., 618 Seiten, 11 €

Günter Grass, "Die Blechtrommel. Roman". Göttingen: Steidl, 2009, Gb. 778 Seiten, 19,90 €

Heimito von Doderer, "Die Dämonen. Nach der Chronik des Sektionsrates Geyrenhoff. Roman". München: Beck, 2008, Gb., 1344 Seiten, 39,90 €

William Golding, "Herr der Fliegen. Roman". Aus dem Engl. von Hermann Stiehl. Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verlag, 2003, Tb., 281 Seiten, 7,95 €

[Derzeit nur antiquarisch erhältlich] Michel Butor, "Paris - Rom oder die Modifikation. Roman". Aus dem Franz. von Helmut Scheffel. Frankfurtam Main: Suhrkamp, 1989, Tb., 292 Seiten

Giuseppe Tomasi de Lampedusa, "Der Leopard. Roman". Aus dem Ital. von Charlotte Birnbaum, München & Zürich: Pieper, 1997, kart., 337 Seiten, 9,95 €

Giorgos Seferis, "ionische Reise". Aus dem Neugriech. übertr. und mit einem Nachw. vers. von Gerhard Emrich, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2006, Gb., 95 Seiten, 11,80 €





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Heinz-Elmar Tenorth: Brauchen wir die Universität noch?

Heute werden in den öffentlichen Haushalten für die Hochschulen in Deutschland 12,7 Milliarden Euro ausgegeben, für die außeruniversitäre Forschung schon 7 Milliarden (2010). Von rund 20 Milliarden öffentlichem Forschungsgeld bekommen die Universitäten noch knapp 65 Prozent - gegenüber mehr als 80 Prozent noch 1990, und diese Umschichtung vollzieht sich mit steigender Tendenz, weil die Etats der außeruniversitären Forschung seit 1990 kontinuierlich wachsen, während die Etats der Hochschulen bestenfalls stagnieren.

(Aus: Die Zeit, 19. Juli 2012, S. 63)

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Samstag, 28. Juli 2012

Steffen Roski: Piraten und Abgeordnetenabgaben

Mit großem Interesse habe ich die aktuelle Debatte um die Finanzierung der Parteiarbeit verfolgt. Es wird die Forderung erhoben, Abgeordnete sollten einen bestimmten Anteil ihrer Bezüge der Partei zur Verfügung stellen. Oberflächlich betrachtet erscheint dies als ein fast logisch zwingender Zusammenhang: Die / Der Abgeordnete ist ja schließlich über die Liste(n) der Partei in den jeweiligen Landtag gelangt, also habe sich diese/r auch entsprechend erkenntlich zu zeigen.

Nach meiner Ansicht stellt sich das Problem allerdings anders. Auf Grund ihrer Position und Funktion haben Abgeordnete sowieso schon eine exponierte Stellung innerhalb und außerhalb der Partei. Sie finden gewöhnlich rascher Medienaufmerksamkeit, können sich politisch sozialisieren etc. Wenn nun diese Leute auch noch zu Finanziers der Parteiarbeit würden, dann würden sie ihre Stellung noch weiter stärken können. Ich denke, dass ein Leitspruch der Piraten dieser sein sollte: "Vorteile auf Grund monopolisierter Ressourcen sollte es nicht geben!" Wenn ich dies weiterdenke, gelange ich zu der Auffassung, dass Beiträge von Abgeordneten stets freiwillige und projektbezogene Abgaben sein sollten. Lasst uns unsere MdL und - prospektiv: MdB und MdEP - daran messen, welche politischen Projekte sie voran zu bringen imstande sind. "Kopfpauschalen" sind hier kaum hilfreich!


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Kurt Drawert: Der entrissene Text VI

<Entkleidungsverpflichtung> beim Eintritt ins Internet meint eines wortwörtlich: seine Textsachen abzulegen und mitzuverfolgen, wie sie verschwinden. Das betrifft nicht nur die Schrift in einem Portal, die immer eine verschwindende ist; spätestens nach ein paar voreingestellten Minuten des aktivierten Bildschirmschoners zwangsläufig und sowieso, der zwar immer wieder zurückgestellt werden kann, aber prompt daran erinnert, dass eine Schrift niemals stehenbleiben darf - und genau diese subalterne Benachrichtigung erreicht ihren Zweck und vergegenwärtigt den Charakter der Flüchtigkeit, der mit dem des Fragments liiert ist. Das Verschwinden ist so immer schon vor das Erscheinen gesetzt, und das kippt sie ontologische Grunderfahrung unseres Lebens in eine seitenverkehrte und, so kann man sagen, fatalere Position: nicht vom Sein auf das Vergehen zu existieren und zu schreiben vom Text hin auf eine letzte Seite des Textes, die immer auch leer bleibt (für den unerzählten Rest), sondern eben in dieser Umkehrung. Schon vom Nichts herzukommen, ehe noch das Nichts alles wieder nimmt, ist die Internetwahrheit, und nicht die Extraversion eines Interesses.

(Aus: Neue Zürcher Zeitung, 21. Juli 2012, S. 21)

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Peter Mühlbauer: Interview mit Andreas Riekeberg - "90 Prozent des Marktes für die Sorten der Saatgut-Industrie reserviert"

Die Konzentration auf dem Saatgutmarkt auf wenige Anbieter hat in den letzten Jahren in Europa und weltweit stark zugenommen. Noch in den 70er Jahren gab es weltweit Tausende Zuchtbetriebe, keiner hatte mehr als 1 Prozent Anteil am Weltmarkt. Mittlerweile teilen sich die 10 größen Konzerne 70-80 Prozent des Weltmarktes und sind zudem durch Kooperationsprojekte auch untereinander verflochten. Die EU-Saatgutgesetzgebung, die den Handel mit Saatgut von zugelassenen Sorten regelt, stand dem nicht entgegen. Die vom Urteil bestätige Erhaltungssorten-Gesetzgebung sieht bei Ackerfrüchten ausdrücklich vor, dass der Anteil aller Erhaltungssorten nicht mehr als 10 Prozent am Markt der jeweiligen Ackerfrucht betragen darf - so bleiben 90 Prozent des Marktes für die Sorten der Saatgut-Industrie reserviert.

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Freitag, 27. Juli 2012

tagesschau.de: Interview mit Thomas Köhler - "Facebook sucht nach wie vor ein Geschäftsmodell"

Letztendlich nur so, dass sie die Nutzer zu Geld machen - das heißt die Daten, die sie erhoben haben und laufend erheben von inzwischen angeblich 950 Millionen Menschen weltweit. Das ist die einzige Chance, die Facebook hat. Und da wird man immer aufdringlicher: Ich erinnere nur an die zwangsweise Aufschaltung von Facebook-Email-Adressen und jetzt - gerade bekannt geworden - die Überwachung von Online-Chats.

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mobiwatch.de Google startet Suche per Handschrift-Eingabe

Einfach einmalig in den Einstellungen die Handschrift-Erkennung aktivieren, dann reicht künftig ein Klick auf das zugehörige Icon unten rechts – anschließend kann auf der gesamten mobilen Website von Google das gesuchte Wort per Touchscreen eingegeben werden.

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cbgnetwork.de: Pharmatests in Indien - Todesfälle bei Pharma-Studien

Immer mehr Pharma-Studien werden nach Indien verlagert. Die Zahl der Geschädigten nimmt von Jahr zu Jahr zu. Im Zeitraum von 2007 bis 2010 starben 1.600 Inder/innen bei klinischen Studien, allein 138 bei Tests der Firma BAYER. Da die Daten auf Angaben der Pharmafirmen basieren und keine unabhängigen Kontrollen durchgeführt werden, dürften die tatsächliche Zahlen weit höher liegen. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert von BAYER Aufklärung. Die CBG fragt u.a. nach Zahl und Dauer der Studien, den untersuchten Medikamenten, den beauftragten Subunternehmen sowie nach der Häufigkeit von Nebenwirkungen und Todesfällen.

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Kurt Drawert: Der entrissene Text V

Der entrissene Text kann sich in keiner Weise je wieder finden. Hier und dort tauchen ein paar Reste von ihm auf, bleiben Spannungen, die immanent sind, erhalten, aber sein einzigartiger Komplex, seine semiologische Architektur ist beschädigt. Es ist, wie einen Pianisten der Philharmonie ans Klavier auf den Marktplatz zu zerren: Was immer er spielt, es klingt nach Bockwurst und Bier. Die Signifikanten des Raumes stören die des Textes ununterbrochen, und diese Okkupation ist nur zu verhindern, indem der Raum gemieden und das Medium ausgelassen wird. Es wäre konsequent, aber nicht praktisch, und deshalb bedienen wir es weiter. Und damit jetzt nicht der Eindruck einer singulären Klage entsteht eines Schreibers und seines Textes, auf den die Welt gut verzichten kann - es geht hier nicht nur um eine Produzentenkrise, sondern ebenso um die Krise des Konsumenten, der um seine Möglichkeiten des Lesens gebracht und um jede Form der Nachhaltigkeit betrogen wird. Lassen wir es jetzt, hier weiter darüber nachzudenken, ob der Betrug am Sinn nicht schon ein Begehren nach Unsinn einlöst, nach Abschaltung aller Netze und Schliessung der Bibliotheken (wie in einem Todeswunsch bei Freud). Die Veränderung der Textintention durch die Verschiebung des Textes in ein anderes Medium wollen wir beobachten und stellen fest, dass es keine Verbindlichkeit der Signifikate gibt. Die Flüchtigkeit des Netzes wird zur Flüchtigkeit des Textes. Wir lesen auch schneller auf einem Bildschirm als in einem Buch, weil der Fliesstext unterhalb des Textes permanent mitläuft, gleichviel, ob wir ihn sehen - wir denken ihn mit. Es ist schlichter Unfug, von einer Freiheit des users zu sprechen, wenn dieser schon präfiguriert ist, noch ehe er eingeschaltet hat. Wie eine Ratte, die unter Reizstrom steht, erinnert er sich an die subtile Forderung der Maschine, sich hineinzuziehen und die Texte entreissen zu lassen. Diese Prozedur ist Minimalkonsens und, wie in einem Gang in die Sauna, Entkleidungsverpflichtung. Wir sehen das Phänomen der Bildung von Dispositiven sehr deutlich auch an unserem Handy, das wir zwar ausschalten können, aber nur unter Androhung sozialer Verluste (die natürlich Gewinne sein könnten). <Warum warst du nicht zu erreichen?>. ist ein Imperativ, den wir in Kauf nehmen müssen, um erreichen zu können; und sei es nur die Einbildung davon, erreicht zu haben.

(Aus: Neue Zürcher Zeitung, 21. Juli 2012, S. 21)

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Sighard Neckel: Die Wirklichkeit des Leistungsprinzips: Ansprüche, Krisen, Kritik

Hingegen sehen sich die Gewinner der modernen Marktökonomie und der wirtschaftlichen Globalisierung in der günstigen Lage, dass Leistungskategorien für den Erwerb ihrer Vorteile nicht verbindlich sind, die sich vor allem leistungsfernen Mechanismen verdanken, nämlich privilegierten Herkunftsbedingungen und den spekulativen Renditen des Finanzmarktkapitalismus. Gerade wirtschaftliche Spitzenkräfte neigen dazu, sich selbst den Status einer „Leistungselite“ zuzuschreiben, die ihre hervorgehobene Stellung allein den eigenen Qualifikationen verdankt. Die gesellschaftliche Wirklichkeit hingegen sieht wesentlich nüchterner aus. Zwar gilt für Führungspositionen eine zunehmende Bildungsabhängigkeit. Dies kommt den Vorteilen einer privilegierten Herkunft aber gerade entgegen. So stellt sich die soziale Abschließung des wirtschaftlichen Spitzenpersonals heute wesentlich rigider dar als etwa in den Phasen kollektiver Aufstiegsprozesse in den 1950er bis 1980er Jahren. In der bedeutenden Rolle, die Erbschaften und andere Vermögensübertragungen für die moderne Lebensführung spielen, findet die Herkunft auch einen wichtigen finanziellen Niederschlag. Inmitten einer Kultur, die sich wie kaum je zuvor ausdrücklich als „leistungsorientiert“ versteht, nimmt somit faktisch das Geburtsprinzip eine entscheidende Weichenstellung für die Entwicklung von Lebenschancen vor.

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Ulrich Herb: Welchen Weg geht der Open Access?- Im Fach Medizin werden Open-Access-Journale mindestens mit gleicher Häufigkeit wie Subskriptionsjournale zitiert

Dieses Statement könnte aktuelle Entwicklungen beflügeln, wonach die als "Grüner Weg des Open Access" bezeichnete parallele Publikation von Artikeln in Subskriptionsjournalen und auf Open-Access-Servern (den Repositories) derzeit gegenüber dem "Goldenen Weg des Open Access", dem Publizieren originärer Open Access Werke in reinen Open Access Journalen oder Verlagen, an Boden und Anerkennung verliert. Durch das Aufkommen günstiger Open-Access-Journale mit flexiblen Pricing-Modellen dürfte der ACP-finanzierte Goldene Weg zusätzlichen Zuspruch finden. Das im Mai 2012 beendete europaweite Projekt Publishing and the Ecology of European Research (PEER) kam generell zum Schluss, dass Wissenschaftler die originale Verlagsversion gegenüber einem inhaltsgleichen Repositorydokument bevorzugt rezipieren, und zweifelte an, dass der Grüne Weg geeignet sei Open Access zum Durchbruch zu verhelfen.

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Donnerstag, 26. Juli 2012

Kurt Drawert: Der entrissene Text IV

Für unsere Texte, die Literaturtexte sind, bedeutet ein Auftritt im Internet immer Verlust. Sie sind gewiss konsistent, arbeiten in sich selbst und wirken disparat, sie verlangsamen die Geschwindigkeit und stoppen die Zeit - aber sie können die Verweisungszeichen des Hintergrundes nicht ausschalten und unterliegen im Diskurs. Wie der Raum über das Bild und der Rahmen über den Inhalt mitverfügt, so verfügt das Medium über die Substanz, die es weiterleitet. Nicht unmittelbar, denn der Korpus bleibt abgeschlossen, und der Text bleibt der Text, aber dysfunktional. Wenn alles Diskursprodukt ist, und es gibt keinen Grund, das zu bezweifeln, dann löst das Medium seine Substanzen im Medium auf. Unser Text auf einer Seite ist eben ein anderer als auf einer site, denn er hat (prä)signifikative Konkurrenz (und gemeint ist nicht mehr die <stille> site eines Schreibprogramms am PC, sondern die site in einem Forum des Internets). Die beschriebene Seite Papier, abgelegt auf unserem Schreibtisch, kann absolut sein. Nichts greift sie an, was ausserhalb ihrer selbst ist. Allenfalls ein paar aufgeschlagene Bücher in näherer Umgebung könnten zu einem Anlass werden, Sätze zu vergleichen und ins Verhältnis zu den eigenen zu bringen. Aber alle diese Prozeduren sind bereits durchlaufen, das haben wir in zäher Mühe schon überwunden. Dieser gleiche souveräne Text aber, der eine Person symbolisch verkörpert, zerfliesst, sobald er in die virtuelle Maschine, in die Megabox eingespeist wird - er wird semantisch entrissen. Das Bild einer saugenden Röhre ist schon fast eine Generalmetapher für alle möglichen Horrorfilme. Ob Haus oder Zimmer, ob der Fernsehapparat, der Abfluss in der Badewanne, das Regenfass am Gartenzaun - alles kann sich deformieren zu einer rätselhaften Röhre, die in sich hineinsaugt und ins Jenseits schleudert, was ihr vor die Öffnung kommt. Diese monströse Phantasie aus der Kinowelt - real in derjenigen des www.

(Aus: Neue Zürcher Zeitung, 21. Juli 2012, S. 21)

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Silviu: Pussy Riot und die macho-orthodoxe Scheinjustiz

Auf Erde herrscht der Über-Macho und frühere KGB-Offizier, der in guter alter sowjetischer Tradition seine politischen Gegner einsperren lässt. Das Groteske daran: Pussy Riot und andere ähnliche Bewegungen stellen zwar das System Putin in Frage, können jedoch ohne Weiteres keine ernstzunehmende Gefahr für die Macht darstellen. Der Schauprozess erfüllt also keine reale Funktion der „Stabilisierung“ des Regimes und ist insofern pragmatisch nicht nachvollziehbar. Er dient lediglich dem Zweck, die symbolische Ordnung und Autorität wiederherzustellen. Ganz im Stile des Ancien Regimes darf die Ehre des Monarchen und seiner herrschenden Entourage nicht verletzt werden. Wer sich einen Lèse-Majesté-Verstoß begeht, muss exemplarisch bestraft werden, und zwar unabhängig davon, ob eine solche Strafe in irgendeiner Weise rational oder verhältnismäßig ist.

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Rainer Sommer: Wall Street vor Kunden-Revolte?

Das Motiv für die alltäglichen Betrügereien dürfte indes in den Bonussystemen liegen, die es für die Trader und ihre Vorgesetzten ungemein lukrativ machen, um jeden Preis Gewinne zu erzielen, auch wenn diese nur auf dem Papier existieren sollten. Wenn sich die Verluste später in Verluste verwandeln, sind die Boni dann zumeist längst ausbezahlt und in Sicherheit. Sollte es hingegen zu behördlichen Nachstellungen kommen, sind die Strafen erfahrungsgemäß oft weit niedriger, als die erzielten Gewinne, weshalb kriminelle Handlungen zum Rationalverhalten werden.

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Gabi Uhl: Todesstrafe - Der Unerhörte

Für Taten von solcher Brutalität halten 61 Prozent der Amerikaner die Todesstrafe für angemessen. Rick Perry, der charismatische texanische Gouverneur, ist sich der Unterstützung seiner Landsleute sicher. Bei Hinrichtungsterminen jubeln Todesstrafen-Anhänger vor dem Gerichtsgebäude wie Fußballfans beim Finale. Perry hält unangefochten den amerikanischen Rekord: Er hat in seinen zwölf Gouverneursjahren 243 Gefangene hinrichten lassen, darunter drei Jugendliche und mindestens zehn geistig Behinderte. Bei einer Fernsehdebatte der republikanischen Präsidentschaftsanwärter im vergangenen September quittierte das Studiopublikum allein schon die Erwähnung von Perrys Hinrichtungsrekord mit tosendem Beifall. »Haben Sie jemals nicht schlafen können, weil Sie vielleicht einen Unschuldigen hinrichten ließen?«, fragte der NBC-Moderator Brian Williams. »Nein, damit habe ich noch nie gekämpft«, antwortete Perry mit ruhiger Stimme. Was Perry aus der begeisterten Reaktion des Publikums schließe, setzte der erkennbar konsternierte Moderator nach, und Perry konterte selbstbewusst: »Amerikaner verstehen etwas von Gerechtigkeit.«

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Thomas Pany: "Bizarre Sprachkultur" an den Universitäten- In der Schweiz wird Kritik am trockenen, umständlichen Wissenschaftsjargon laut

"An Unis ist eine bizarre Kultur verbreitet: Akademische Texte werden oft bemängelt, wenn sie komplizierte Sachverhalte einfach erklären. Vor allem in Dissertationen und Habilitationsschriften gibt es einen Zwang zur Kompliziertheit. Akademisch belohnt wird, wer monströse Formulierungen und viel Fachjargon verwendet. Welche Blüten dieses System treibt, erlebte eine Anthropologie-Studentin unlängst an der Universität Freiburg. Die Frau, die nebenher als Journalistin arbeitete, wurde vom Professor dafür kritisiert, dass sie in Seminararbeiten zu kurze Sätze formuliere."

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Mittwoch, 25. Juli 2012

Zeit Online: Grönlands Eis schmilzt in Höchstgeschwindigkeit

Die Satellitendaten wurden von der Nasa und weiteren Wissenschaftlern geprüft. "Das war so außergewöhnlich, dass ich zunächst am Ergebnis zweifelte: Konnte das stimmen oder gab es einen Fehler in den Daten?", sagte der Nasa-Forscher Son Nghiem, der die Veränderungen bemerkte. Er konsultierte daher weitere Wissenschaftler, die Zugriff auf Satellitendaten haben. Die bestätigten seine Ergebnisse. Demnach gibt es in der Region in diesem Juli ungewöhnlich hohe Temperaturen. Seit dem 16. Juli nehme die angestaute Hitze über der Insel wieder deutlich ab.

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Kurt Drawert: Der entrissene Text III

Online-Sein heisst immer auch Verflüchtigung, Dispersion. Ein Fliesstext zieht an unserem Auge vorbei, der sich in einer Geschwindigkeit bewegt, die wir mit Erkenntnisfunktion nicht mehr ausfüllen können. Und <Fliesstext> meint jetzt nicht nur den real fliessenden Text, den es ja auch noch gibt, sondern den, der alle Merkmale von Flüchtigkeit erzeugt und wie Fliesstext auf uns wirkt. Die Daten sind dann nur noch ein verschwommenes Flimmern, und sobald wie separate Sequenzen erfassen, geben sie uns die Genugtuung, alles <erfasst> zu haben. Aber es ist nur eine sich selbst aus dem Weg schiessende Überschwemmung von Daten, die uns erreicht hat, nicht einmal informationswertig, geschweige denn insistent - ausser in der Werbung vielleicht. Das Sekundenerlebnis, verstanden zu haben, war ein euphorischer Trugschluss, wie wir ihn in Anhörung einer Fremdsprache erleben, in der plötzlich eine bekannte Vokabel auftaucht. Vor lauter Begeisterung, dass nicht alles Chinesisch ist, was zu uns redet, bilden wir uns ein, Chinesisch zu können. Mit empirischer Neuerfahrung und Bewusstseinserweiterung hat das rein gar nichts zu tun. Aber wir wissen es nicht und halten es dafür.
(Aus: Neue Zürcher Zeitung, 21. Juli 2012, S. 21)


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Jan-Werner Müller: Wer ist der Hüter der europäischen Demokratie?

Das eigentliche Problem ist praktischer Natur: Der Lissabon-Vertrag enthält einen Artikel, wonach einem Land, das dauerhaft europäische Grundwerte verletzt, eine Reihe von Rechten entzogen werden können (kleine Ironie der Geschichte: Die Idee hierzu stammte Mitte der neunziger Jahre von Italien und Österreich, als Präventivmassnahme vor der Osterweiterung). Doch gilt der Artikel inzwischen als «nukleare Option» – mit anderen Worten: eine Option, die nie wirklich wahrgenommen wird, nicht zuletzt aus Sorge aller Nationalstaaten, dass der Artikel irgendwann gegen sie selber angewandt werden könnte.

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Detlef Borchers: „Wir können nur wenig vorausblicken …“- Eine Nach-Betrachtung zum 100. Geburtstag Alan Turings

Die Leistung von Turing als „Computerbauer“ ist in den Geburtstagsfeierlichkeiten kaum zur Sprache gekommen. Dabei ging der von ihm entwickelte ACE-Computer einige ungewöhnliche Wege, vor allem in der Bedeutung, die Turing einem möglichst großen Arbeitsspeicher zumaß. Damit unterschied sich sein Ansatz stark von den US-amerikanischen Entwicklungen. Der Informatiker Rainer Glaschick, der die Funktionsweise des ACE analysiert hat, ordnet Turings Konstruktion als Vorläufer der Vektorrechner ein, weil die ACE eine Pipeline-Funktion hatte und mit einem einzigen Befehl bis zu 32 Zahlen bei einer Wortlänge von 32 Bit addieren konnte. Auf Basis der von Turing erdachten Architektur entstanden bei der Firma Bendix „Kleincomputer“ in Schrankgröße, die sich zeitweilig gut verkauften.

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Ralf Heß: Die Spekulanten ziehen sich zurück... - .. zumindest bis die Preise wieder steigen: Deutsche Finanzinstitute steigen aus dem Markt für Lebensmittelspekulation aus. Unklar ist, ob das am öffentlichen Druck liegt oder an der Preisentwicklung

Für Oxfam und Foodwatch ist damit ein wesentlicher Punkt ihrer Initiative nicht erreicht. Denn zumindest die beiden größten deutschen Investoren im Agrarrohstoffsektor werden sich auch weiterhin an hochspekulativen Wetten auf Weizen, Sojabohnen oder Reis beteiligen. Und auch bei den anderen, nun "geläuterten" Spekulanten, wie der LBBW oder der Deka-Bank könnten über ihre moralischen Bedenken hinausgehende Überlegungen zu der Ausstiegsentscheidung beigetragen haben.

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Matthias Brake: Willkommen im Club - Die Energie- und Klimawochenschau: Emissionen "adeln" China zum Industrieland, Speicher statt strategischer Reserve, Atomkraft trotz Werbekampagne zu teuer und das Ende des EEG kommt unvorbereitet

Um das 2-Grad-Ziel noch einzuhalten, dürften bis 2050 pro Jahr durchschnittlich noch 22,5 Mrd. emittiert werden. Solch eine Reduktion ist nicht zu erwarten, das heißt, die Klimaziele werden nicht erreicht. Dabei geschieht bei uns gerade auch Erfreuliches in Sachen Emissionsvermeidung und Umstellung auf Erneuerbare. Die CO2-Emissionen in der EU sind 2011 um drei Prozent zurückgegangen und sogar die der USA um 2 Prozent. Ehrlicherweise muss man hinzufügen: vor allem wegen des milden Winters und gedrückter Konsumlaune.

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Dienstag, 24. Juli 2012

Katrin Schulze: Nach dem Attentat von Denver - Machen sich Facebook-Verweigerer verdächtig?

Wecken Jugendliche, die keinen Facebook-Account besitzen, also Misstrauen? Bei einigen Personalabteilungen in den USA bestimmt, wurden dort doch zuletzt Fälle bekannt, in denen Chefs von ihren Bewerbern die Zugangsdaten für ihr Profil verlangten. Wer kein Profil besitzt, für den gibt es auch kein Jobangebot, weil er etwas zu verbergen hat. So weit geht es hierzulande noch nicht. Aber auch in Deutschland erkundigen sich „70 bis 80 Prozent der Personaler nach den Bewerbern im Netz“, sagt der Hannoveraner Psychologe Christoph Möller.

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"Die Zeit" kanonisiert Europas Weltliteratur - Serie Teil 1 - 1945 bis 1950

Ivo Andric, "Die Brücke über die Drina. Eine Chronik aus Visegrad". Dt. von Ernst E. Jonas. Überarb. von Katharina Wolf-Grießhaber. Mit einem Nachw. von Karl-Markus Gauß, Wien: Zsolnay Verlag, 2011, Gb., 493 Seiten, 25,90 €

Thomas Mann, "Doktor Faustus. Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde", Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2012, Tb., 741 Seiten, 12,95 €

Ernst Jünger: "Sämtliche Werke, Band 2. Tagebücher II: Strahlungen I", Stuttgart: Klett-Cotta, 3. unveränderte Aufl., 2011, Ln. m. Schutzumschlag, 492 Seiten, 45 €

Ernst Jünger: "Sämtliche Werke, Band 3. Tagebücher III: Strahlungen II", Stuttgart: Klett-Cotta, 3. unveränderte Aufl., 2008, Ln. m. Schutzumschlag, 659 Seiten, 45 €

Cesare Pavese, "Der schöne Sommer. Roman". Aus dem Ital.von Maja Pflug, 1. Aufl., München: Ullstein Taschenbuchverl., 2002, Tb., 127 Seiten, 6,95€

Malcom Lowry, "Unter dem Vulkan. Roman". Mit einem Vorw. des Autors. Aus dem Engl. übers. von Susanna Rademacher. Durchges. von Karin Graf, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt (rororo Taschenbuch), 1994, Tb., 464 Seiten, 9,95 €

Primo Levi, "Ist das ein Mensch?" Aus dem Ital. von Heinz Riedt, München: Hanser, 2011, Gewebe Dünndr., 615 Seiten, 27,90 €

Knut Hamsun, "Auf überwachsenen Pfaden". Aus dem Norweg. von Elisabeth Ihle, Vollst. Ausgabe, 2. Aufl., München: Deutscher Taschenbuch Verlag, Tb., 126 Seiten, 8,50 €

George Orwell, "1984. Roman". Übers. von Michael Walter. Hrsg. und mit einem Nachw. von Herbert W. Franke, Berlin: Ullstein, Tb., 2005, 383 Seiten, 7,95 €

Curzio Malaparte, "Die Haut, Roman". Aus dem Ital. von Hellmut Ludwig. Mit einem Nachw. von Thomas Steinfeld und einer Zeittafel von Ralph Jentsch, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, Tb., 2008, 443 Seiten, 12,95 €

Albert Camus, "Die Pest. Roman". Dt. von Uli Aumüller, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Tb., 76. Aufl., 2009, 349 Seiten, 8,95 €










Kurt Drawert: Der entrissene Text II

Was aber heisst das für unser Online-Zeitalter, das die Zeremonien der Abschrift und allmählich auch die des Buches technologisch aus dem Verkehr zieht? Gewiss, die <Mythen des Alltags>, wie Barthes sie nennt, ändern sich, aber sie lösen sich deshalb nicht auf, sondern kleiden sich lediglich neu ein. Die permanente Okkupation aller Sinne durch das Internet, die Atomisierung der Interessen in viele sekundäre Verwandtschaftsinteressen, die überall hin, aber nicht dorthin führen, wohin man sie lenken wollte, die gesamte rhizomatische Verflechtung von subjektivem Inhalt mit einer gigantischen Datenindustrie, die zu allem und sofort Auswertung und Angebot liefert, kurz: die komplette Abschaffung jener Instanzen, die zur Schrift überhaupt noch berufen sein könnten, das und nichts anderes dürfen wir für die Zukunft erwarten.
(Aus: Neue Zürcher Zeitung, 21. Juli 2012, S. 21)

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Montag, 23. Juli 2012

Kurt Drawert: Der entrissene Text I

Zu Zeiten der Scholastik galt die Abschrift als eine Zeremonie der Übereinkunft mit dem heiligen Text. Das Abzuschreibende erlebte seine mythische Auferstehung dadurch, dass es von alten Büchern in neue übertragen wurde. Hat ein Text diese in grösster Sorgfalt vorgenommene Übertragung auf ein anderes Papier überlebt, war er gleichsam auch heilig - und das hiess nicht mehr hinterfragbar, quasi ein Signifikat ohne Signifikation. Aus diesem Prozess ist unser über Jahrhunderte gewachsenes Verhältnis zum Buch hervorgegangen. Nicht als einer autoritären Mission, die sich im Buchdruck erfüllt, sondern der unbedingten Gläubigkeit, im Gedruckten ein zumindest annäherungsweise gesichertes Wissen wiederzufinden. Und wer es etwas aufgeklärter will: Das Buch ist die Auslese aller denkbaren Gedanken und schreibbaren Sätze hin zu einem Sinn, der sachlich verifiziert werden kann oder ästhetisch empfunden.
(Aus: Neue Zürcher Zeitung, 21. Juli 2012, S. 21)


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Michael Hampe: Schriften von Alfred North Whitehead - Pädagogik im Geist der Freiheit

Dass die mit Erziehung verbundenen Probleme anders gesehen werden können, kann den pädagogischen Abhandlungen des englischen Mathematikers und Philosophen Alfred North Whitehead entnommen werden. In der Tradition des von ihm bewunderten Pragmatisten John Dewey kämpfte Whitehead (1861–1947) gegen die «Bösartigkeit unfruchtbaren Wissens». «Unfruchtbar» meint hier gerade nicht: «bringt nichts auf dem Arbeitsmarkt», sondern unfruchtbar ist ein Wissen, das es den Erzogenen nicht erlaubt, gestaltend auf die Welt zu reagieren, aus der sie herkommen. Diese Reaktionsfähigkeit nennt Whitehead «Weisheit», ein im heutigen Erziehungssystem nicht gerade populärer Begriff. Der Geist, so der geniale Mitautor der «Principia Mathematica», ist «keine Kiste, die erbarmungslos mit [. . .] Ideen vollgepackt werden sollte», sondern ein lebendiger Organismus, der die Welt erkunden und sie nach eigenen Prinzipien umbilden will. Heute scheint die Fähigkeit, sich in diesem Sinne frei zur Welt zu verhalten, kaum noch zu zählen. Man muss einen guten Platz in ihr ergattern und dafür die richtigen Schlüsselqualifikationen erwerben.

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Eric Gujer: Die neue deutsche Frage

Die wirtschaftliche und damit auch politische Sonderstellung Deutschlands hat in Europa periodisch für Unruhe gesorgt, ebenso seine Einigungsprozesse. Das wilhelminische Reich kämpfte in den ersten zwei Jahrzehnten nach seiner Entstehung mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Gründerkrach hiess dies damals. Dann aber verdoppelte sich von 1895 bis 1913 die Industrieproduktion. Mit dem ersten deutschen Wirtschaftswunder ging eine auftrumpfende Aussenpolitik einher, die im Anspruch auf einen Platz an der Sonne gipfelte. Auch die Bundesrepublik tat sich mit den Auswirkungen der Wiedervereinigung schwer – mit Neuverschuldung, Reformstau und der lähmenden Nabelschau eines in Ost und West gespaltenen Landes. Schliesslich sah Kanzler Gerhard Schröder sein Heil in der Aufweichung des Stabilitätspakts, um Brüsseler Sanktionen zu entgehen. Unterdessen sind die anscheinend unvermeidbaren Anlaufschwierigkeiten des «nation building» überwunden, und Berlin pocht auf Haushaltsdisziplin und Solidität. Man hat seinen Sonnenplatz zurückerobert.

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designbote.com: Bertelsmann mit neuem Logo

Passend zur Kultur und Strategie unseres Hauses haben wir unseren Markenauftritt nicht radikal, sondern evolutionär im Sinne der Kontinuität weiterentwickelt. Das neue Logo hat insgesamt einen höheren Wiedererkennungswert: die Schrift ist prägnant und zeitgemäß – der starke Name ‘Bertelsmann’ steht für sich. Gleichzeitig eignen sich das Logo und die neuen Farben hervorragend für Anwendungen in der digitalen Welt, beispielsweise für Apps.
Thorsten Strauß, Leiter der Unternehmenskommunikation der Bertelsmann AG
Thorsten Strauß, Leiter der Unternehmenskommunikation der Bertelsmann AG
Thorsten Strauß, Leiter der Unternehmenskommunikation der Bertelsmann AG

"Passend zur Kultur und Strategie unseres Hauses haben wir unseren Markenauftritt nicht radikal, sondern evolutionär im Sinne der Kontinuität weiterentwickelt. Das neue Logo hat insgesamt einen höheren Wiedererkennungswert: die Schrift ist prägnant und zeitgemäß – der starke Name ‘Bertelsmann’ steht für sich. Gleichzeitig eignen sich das Logo und die neuen Farben hervorragend für Anwendungen in der digitalen Welt, beispielsweise für Apps." (Thorsten Strauß, Leiter der Unternehmenskommunikation der Bertelsmann AG)

Und hier die Vorher-Nachher-Show:

Kommentar von Steffen Roski: Klar, dass sich im Hause Bertelsmann grundlegend nichts ändert, einmal Türdrücker, immer Türdrücker - heute nur raffinierter mit Apps ...


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dielinke.sds: Jenaer Soziologie stellt sich gegen CHE-Ranking des Bertelsmann-Konzern – Deutsche Gesellschaft für Soziologie zieht mit!

Neben Lobbyarbeit für Studiengebühren und Eliteuniversitäten, ist das Hochschulranking ein weiteres Mittel, um die Ziele des CHE und in letzter Konsequenz des Bertelsmann-Konzerns zu erfüllen. Bei dem Ranking geht es darum die Konkurrenz zwischen den Hochschulen zu erhöhen und so den Umbau zur unternehmerischen Hochschule voran zu treiben. Nicht umsonst werden bei dem Vergleich die Einspielung von Drittmitteln höher bewertet, als gute Lehre. Auf diese Weise nimmt ein Privatunternehmen starken Einfluss auf die Entscheidungen der öffentlichen Universitäten. Die Autonomie der Hochschule wird so in Frage gestellt.

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spiegel.de: Kapitalflucht-Studie - Reiche bunkern mehr als 20 Billionen Dollar in Steueroasen

Das Tax Justice Network ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich den weltweiten Kampf gegen die Steuerflucht auf die Fahnen geschrieben hat. Die Studie verwendet Daten der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Vereinten Nationen und der Zentralbanken. Untersucht wurden nur Finanzvermögen. Nicht berücksichtigt wurde Sachvermögen wie Immobilienbesitz im Ausland, Goldbestände oder Luxus-Yachten, die unter der Flagge von Steueroasen fahren. Längst nicht alle dieser sogenannten Offshore-Vermögen haben mit illegaler Steuerhinterziehung zu tun. In vielen Staaten lassen sich Steuern auch ganz legal vermeiden, indem man sein Vermögen in Steueroasen verschiebt.

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designmadeingermany.de: New Work Book (Herausgeber: Bertelsmann Stiftung, Programm „Unternehmenskultur in der Globalisierung“)

Das New Work Book ist ein Lese-, Impuls- und Notizbuch zur Führungs- und Unternehmenskultur. Es hat 168 Seiten aus 9 Papiersorten, 36 wertvolle Inhalte in 36 Farben, 116 Leerseiten und den Willen zur produktiven Irritation. Das New Work Book besteht einerseits aus einer qualitativen Sammlung der Inhalte aus den Projekten des Programms „Unternehmenskultur in der Globalisierung“ der Bertelsmann Stiftung. Andererseits lädt es zum Reflektieren und Notieren ein. Deshalb gibt es eine Reihe von Fragen, Checklisten, Übungen, die Vor- und Querdenker wie Claus Otto Scharmer, Gerd Gigerenzer und Eckard Minx beigetragen haben.


Kommentar von Steffen Roski: Na toll, ein Designer-Notizbuch für Edel-, besser: edle Manager. Es ist schon interessant, wie die Bertelsmann Stiftung ihr schnödes Tun immer wieder als Querdenken zu verkaufen imstande ist und dabei das hohe Lied der "Unternehmenskultur" singt.


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medien-in-brasilien.de: Bertelsmann eröffnet Corporate Center in São Paulo

Für Bertelsmann ist Lateinamerika kein Neuland. Zeitschriftenaktivitäten der Verlagsgruppe Gruner + Jahr (u.a. Motorpresse Brasil und Lizenzen von P.M./Muy Interesante und GEO), TV-Sendungen von FremantleMedia (u.a. Idols/Ídolos, Password/Mega Senha) sowie Aktivitäten des Medien-Dienstleisters Arvato gibt es in der Region bereits seit vielen Jahren. In Brasilien beschäftigt der Konzern rund 1.000 Mitarbeiter, in ganz Südamerika sind es 3.000. Derzeit sei es noch zu früh, über konkrete Investitionen zu sprechen, sagte Rabe. “Wir sind mit einer langfristigen Perspektive hier und wollen den Markt genauer kennenlernen.”

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mediatribune.de: Mohnopoly: Queen Liz‘ Imperium

Das Sagen hat künftig allein die als „Societas Europaea“ registrierte Komplementärin Bertelsmann Management SE. Deren 1,6 Millionen Stückaktien liegen komplett bei der BVG. Der neue Vorstand der Management SE mit seinem dynamischen Vorsitzenden Dr. Thomas Rabe (46) an der Spitze ist seit dem 5. Juni mit jenem der bisherigen Bertelsmann AG identisch. Auch einen eigenen Aufsichtsrat bekommt die Management SE. Er besteht aus Liz, Brigitte und Christoph Mohn sowie neun handverlesenen Wirtschaftsgrößen: => Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung (Vorsitzender), => Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg, Aufsichtsratsvorsitzender der BMW AG (Stellvertretender Vorsitzender), => Dr. Wulf H. Bernotat, ehemals Vorstandschef der E.ON AG, => Dr. Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Merck KGaA, => Hartmut Ostrowski, bis Silvester 2011 Vorstandschef der Bertelsmann AG, => Hans Dieter Pötsch, Vorstandsmitglied der Volkswagen AG, => Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender der Henkel AG & Co. KGaA, => Lars Rebien Sørensen, President und CEO der Novo Nordisk A/S, und => Bodo Uebber, Vorstandsmitglied der Daimler AG. Mehr Informationen: Mohnopoly: Queen Liz‘ Imperium

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füllers mobiles büro: Bertelsmann als Herzstück der Bildungs- und Bewusstseinsindustrie

Was Bertelsmann inszeniert, ist ein perfekt konzertiertes Agenda-Setting über alle verfügbaren Kanäle. Bildungsvorstand und Buchautor Jörg Dräger lenkt die Aufmerksamkeit auf Chancengerechtigkeit. Die Kanzlerin stimmt ein, die Stiftung liefert anschließend die wissenschaftliche Analyse dazu, die via Mainstream- und Alternativmedien verbreitet wird.

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Mike Nagler: „Akropolis adieu!“ Bertelsmann droht Athen mit Militärputsch

Zum korruptiven Berliner Dauerkonzert steuert Bertelsmann –neben den heimlich verbreiteten Librettos seiner Stiftung– gern mediale Paukenschläge bei. Das unterstreicht die Dominanz bei der Bestimmung der Marschrichtung und meist tönt Bertelsmann noch etwas teutonischer als andere Medien: Globalisierung in der Tonart der Deutschland AG. Deutsche Bank, Allianz, Altana, BMW, Mercedes, Siemens usw. danken es aus ihren Milliarden-Werbeetats mit fetten Anzeigen im Magazin. Die angeblichen „Edelfedern“ des weltberühmten Magazins waren sich da für etwas Mittun am Griechen-Bashing nicht zu schade.

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Thomas Pany: Weltweit werden Vermögen in Höhe von 16,7 Billionen Euro in Steueroasen gebunkert

Die Kernaussage ist, dass sich eine weltweite "Elite an Superreichen" mit Hilfe eines "Schwarms" hochbezahlter, fleißiger "Enabler", Vermögensverwalter der großen Banken, die globale Verflechtung von Geschäften und Lücken in der Gesetzgebung zunutze macht, um enorme Vermögen - "so viel wie das amerikanische und japanische Bruttoinlandsprodukt zusammengerechnet" - am nationalen Fiskus vor bei in Steueroasen unterbringt. Als federführend bei der Untersuchung der Kapitalflucht wird ein früherer Wirtschaftsexperte ("former chief economist") des Beratungsunternehmens McKinsey, James Henry, genannt. Die Daten für seine Recherche soll er über Aufzeichnungen der Bank for International Settlements (BIS), dem Internationalen Währungsfond (IWF) und nicht genauer bezeichnete Analysanten des privaten Sektors gewonnen haben.

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Rudolf Maresch: "Der Gescheiterte ist der Gescheitere" Bringen Niederlagen mehr Erkenntnisse als Siege? - Der Historiker Reinhart Koselleck scheint davon überzeugt gewesen zu sein

Zur heroischen Figur der Erkenntnis taugt er dennoch nicht. Dafür ist die Figur des Losers zu ambivalent. Weder lässt er sich sozialromantisch verklären noch politromantisch aufladen oder gar gegen notorische Besserwisser, die hinterher immer alles besser wissen, ins Feld führen. Die Biografie Carl Schmitts liefert dafür das beste Beispiel. In einem zweiten, noch nicht publizierten "Glossarium" schreibt der umstrittene Staatsrechtler nach seiner Inhaftierung: "Der Gescheiterte ist der Gescheitere." Er sei, will er uns wohl in trotziger Haltung sagen, mit seinen Vorstellungen zwar gescheitert, aber nicht zugleich auch der Dümmere.

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Bernhard Wiens: Zwischenstation Hoffnung - Bauen, Wohnen, Planen: integrierte Prozesse weltweit

Design-Ideen wieder. Wird die Armut ästhetisch ausgebeutet, erfreuen sich die Gentrifier an der "Schönheit des Elends"? Ersteht der "Edle Wilde" kolonialistischer Zeiten wieder auf, der seine Behausung nun der "white charity" weltreisender Architekten verdankt? Aber gegen eine postmodernistische Rezeption ist keine Architektur gefeit. Lukas Feireiss fände es "reizvoll", diese Wirkungsgeschichte "zu beobachten". Modischen Typisierungen entziehen sich jene Architekturen jedoch durch ihren experimentellen Charakter. Dadurch entfalten sie im Gegenteil eine subversive symbolische Wirkung in der Globalisierung sich auflösender Sozialstrukturen. Schält sich hier der Stil eines ubiquitären Regionalismus heraus? Symbolisch deshalb, weil eine provisorische Low-Cost-Bauweise im "Dazwischen" die Gentrifizierung in westlichen Metropolen hoffnungsvoll unterminieren könnte.

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Sonntag, 22. Juli 2012

Reinhold Hedtke: Wem gehört die ökonomische Bildung?

Insbesondere Wirtschaftsverbände, unternehmernahe Stiftungen, Institute und Initiativen fordern seit einem Jahrzehnt mehr ökonomische Bildung an Schulen. Die vorliegenden Studien zeigen, dass sie als locker verbundene Lobbyisten zusammen mit Wirtschaftsdidaktikern ein bestens finanziertes politisch-pädagogisches Netzwerk bilden. Seine Akteure und Aktivitäten finden parteipolitische Unterstützung vor allem bei CDU und FDP. In und mittels der ökonomischen Bildung befördert dieses Netzwerk die Interessen der privaten unternehmerischen Wirtschaft sowie politische Positionen des wirtschaftsliberal-konservativen Spektrums. In diesem Sinne sollen auch die Schülerinnen und Schü- ler einseitig beeinflusst werden. Das legen Analysen einiger Unterrichtsmaterialien nahe, die Akteure aus diesem Netzwerk entwickelt haben und verbreiten. Pluralistische Ansätze in Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik sucht man dort meist vergebens. Über Lehr-Lern-Materialien strebt insbesondere die Finanzindustrie nach Präsenz im Klassenzimmer, ihre Mitarbeiter sollen zu Finanzieller Allgemeinbildung unterrichten. Das ist eine bemerkenswerte Vermischung von Bildungsauftrag und Gewinninteressen. Fasst man die Ergebnisse der einzelnen, explorativen Analysen zusammen steht zu befürchten, dass ein Schulfach Wirtschaft zum Fach der Wirtschaft und Wirtschaftsverbände wird und wirtschaftsliberal-konservatives Denken in die Schulen bringen soll. Demgegenüber müssen Bildungspolitik und Wirtschaftsdidaktik den wissenschaftlichen und politischen Pluralismus in der ökonomischen Bildung in allgemein bildenden Schulen sichern. Den Unternehmer- und Wirtschaftsverbänden steht kein Alleinvertretungsanspruch für „die Wirtschaft“ zu. Auch Akteure wie Gewerkschaften, Umwelt- und Verbraucherverbände haben zu wirtschaftlichen Themen Wichtiges zu sagen. Deshalb gehört in einer Demokratie die öffentliche ökonomische Bildung allen.

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Philipp Abresch: Weltspiegel-Reportage aus Japan - Das Märchen von der Energiewende

In Japan verschafft sich der Volkszorn vor dem gerade wieder in Betrieb genommenen Atomkraftwerk Oi Luft, denn das AKW ist genauso unsicher wie zuvor. Auch für diesen Fall gibt es anderthalb Jahre nach Fukushima keinerlei Vorkehrungen, die Menschen zu schützen. Doch die warnenden Stimmen mehren sich.

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Essen: Unperfekthaus

Hier präsentiert sich das Unperfekthaus in Essen - einfach perfekt unperfekt!

Auf dem Männerklo
Wer dieser wohl ist?


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Dorit Kowitz: Arme sterben früher. Neue Studien belegen endgültig: Reichtum garantiert Gesundheit und ein längeres Leben.

In einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellten Forscher 2011 fest, dass die Ungleichheit in Deutschland wächst – trotz mehr Arbeit. Sie führten die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich auf den enormen Anstieg der Teilzeitarbeit zurück. Ihr Anteil sei seit 1984 von 11 auf 22 Prozent gestiegen, von knapp drei auf mehr als acht Millionen Menschen. Auch die Einkommen der Vollzeitbeschäftigten driften laut OECD auseinander: In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Lohnschere zwischen den obersten und untersten zehn Prozent um ein Fünftel geweitet. Heute verdient ein Alleinstehender am unteren Rand im Jahr 7.400 Euro netto, ein Angestellter aus dem obersten Zehntel dagegen im Schnitt 57.300 Euro netto – fast achtmal so viel. Das Wissenschaftszentrum Berlin hat ermittelt, dass es gleichzeitig schwerer wird, der unteren Einkommensschicht wieder zu entkommen. Waren es in den 1980er Jahren noch 57 Prozent, die in ihr stecken blieben, sind es heute schon 65 – sieben Prozent mehr, die schlechte Karten haben, lang zu leben.

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Marcus Rohwetter: Deutschlands liebster Feind

Zitat aus dem Zeit-Artikel (Ausgabe vom 12. Juli 2012, S. 24):


"Wenn Unternehmen ihren Mitarbeitern statt einer Gehaltserhöhung einen - oftmals großen und repräsentativen - Firmenwagen spendieren, sparen sie damit Steuern und Abgaben. Das ist politisch so gewollt. Als <größte Steuervergünstigung in Deutschland> bezeichnen die Forscher der Universität Köln den Dienstwagendeal, für den der Staat nicht bloß höhere Treibhausgasemissionen in Kauf nimmt, sondern jährlich auch auf bis zu 5,5 Milliarden Euro an Einnahmen verzichtet."

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Steffen Roski: An der Steuer vorbei

Laut einer Statistik der Wochenzeitung Die Zeit (Ausgabe vom 12. Juli 2012, S. 20) beläuft sich das geschätzte Ausmaß der Schattenwirtschaft allein in Deutschland auf 13,5% des Bruttoinlandsprodukts (2011). Konkret handelt es sich dabei um eine Summe von ca. 470 Milliarden Euro. Der Sozialetat umfasst ca. 825 Milliarden Euro, die Armutsgefährdungsquote der Bevölkerung liegt derzeit bei 15,6%.

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John F. Jungclaussen | Matthias Krupa | Claas Tatje | Peer Teuwsen: Die Reichen verlassen den Süden

Das ist das größte Steuerproblem der Europäischen Union. Es sind nicht die Paradiese Cayman Islands, Singapur oder Jersey. Es sind Steueroasen auf ihrem eigenen Hoheitsgebiet. »Der Binnenmarkt hat die Grenzen Europas aufgebrochen, aber die Steuersysteme passen überhaupt nicht zusammen«, klagt Steuerkommissar Šemeta. Doch als seine Mitarbeiter das ändern wollten und im März 2011 zumindest die Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer vereinheitlichen wollten, brach die Hölle los. Da verweist jedes Land auf seine eigene Geschichte, seine eigene Steuerphilosophie. Einig sind sich die Finanzminister nur darin, dass sie ihre Steuerpolitik nicht ändern wollen. »Solange niemand einen außenpolitischen Konflikt riskiert, passiert auch nichts«, sagt Sven Giegold, Wirtschaftsexperte der Fraktion der Grünen im EU-Parlament.

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Thomas Barth: Piraten bezweifelten die Gemeinnützigkeit der Bertelsmann-Stiftung

Unbeliebt sind die Piraten bei Verwerter Bertelsmann, dem größten Medienkonzern Europas, vor allem aus zwei Gründen. Erstens stellen sie das Urheberrecht zur Diskussion: Das gefällt weder Medienindustrie noch „Spiegel“. War Matusseks Pamphlet im Bertelsmann-Blatt „Spiegel“ die Rache des größten europäischen Urheberrechte-Verwerters Bertelsmann an den Piraten? Denn die hatten nicht nur die Verwerter-Profite bedroht, sondern im NRW-Wahlkampf auch noch Forderungen der Anti-Bertelsmann-Bewegung aufgenommen. Die NRW-Piraten traten dafür ein, der milliardenschweren Bertelsmann-Stiftung die Gemeinnützigkeit zu entziehen, einem neoliberalen Think Tank, also der hierzulande mächtigsten Lobbyismus-Fabrik mit angeschlossenem Medienimperium. Es geht um viele Millionen jährlicher Steuererleichterungen, die nach Meinung der Kritiker unrechtmäßig an Bertelsmanns „Abteilung für politische Kampagnen“ vergeben würden, da die Stiftung zudem heimlich und illegal Profitinteressen des Konzerns befördere – etwa, wenn für die Privatisierung staatlicher Verwaltungen getrommelt wird, für welche die Bertelsmann-Tochter „Arvato Government Services“ ihre bezahlten Dienste anbiete.

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Sozialstaat 3.0: Reallife-Treffen / Sozial-Camp der Sozialpiraten im Unperfekthaus Essen am 21. / 22. Juli 2012

Kurzentschlossen begab ich mich am 21. Juli 2012 nach Essen zum Sozial-Camp der Piratenpartei. Besonders interessiert bin ich am Thema Bedingungsloses Grund- oder Mindesteinkommen (kurz BGE) und wurde in meinem Panel von den Referierenden nicht enttäuscht! Es geht mir im Folgenden nicht darum, das Konzept zu erläutern. Wer sich z.B. die Vorstellungen der Piraten zu eigen machen will, kann dies hier tun:

ALS VORSCHLAG ZUR DISKUSSION – SOZIALSTAAT 3.0 – VERSION 1.2 - Ein Modell der Sozialpiraten Michael Ebner und Johannes Ponader

Mir geht es im Blog nur darum, einige Gedankensplitter und Bilder aus den Foren wiederzugeben. Beginnen möchte ich mit einem Zitat aus dem gerade erwähnten Dokument von Ebner & Ponader:

Die Sozialversicherungen stehen derzeit nicht nur wegen der demographischen Entwicklung unter Druck: Mit dem Schwund sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse wird zusätzlich die Basis der Beitragszahler geschmälert. Deshalb sieht unser Modell vor, Einkommensanteile, die nicht der Sozialversicherungspflicht unterliegen (Unternehmensgewinne, Kapitalerträge, Arbeitnehmerentgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze), mit einem sogenannten Solidarzuschlag zur Einkommenssteuer zu besteuern. Dadurch werden sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse im Vergleich zu nicht sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen wieder attraktiver und damit die Sozialversicherungen stabilisiert.

Natürlich gab es in Essen viele interessante Vorträge, ich möchte zwei Referierende - in der Reihenfolge ihrer Präsentationen - besonders hervorheben:

Enno Schmidt und Susanne Wiest

Die wesentlichen Aussagen von Enno Schmidt zum BGE kann man hier nachvollziehen: Vortrag von Enno Schmidt. Susanne Wiests Blog ist hier zu finden: Blog von Susanne Wiest.

Gedankensplitter 1


Und hier das Bild dazu:

Die Pen-Parade

Gedankensplitter 2


Gedankensplitter 3

Parole: Leistungsrenditen sollen der / dem Erbringer(in) der jeweiligen Leistung auch zukommen, das Problem in der gegenwärtigen kapitalistischen Ökonomie sind jedoch die Knappheitsrenditen, die daraus resultieren, dass einige wenige Akteure (Monopole / Oligopole) Produktionsfaktoren kontrollieren. Diese wären abzuschaffen und zu sozialisieren. Das BGE ist ein Schritt in diese Richtung!

Bildimpressionen



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Samstag, 21. Juli 2012

Wolfgang Stieler: Neuer Zündstoff im Klimastreit

Umweltschützer befürchten allerdings nicht nur schädliche Nebenwirkungen wie explosionsartig vermehrte giftige Algen oder die Ausbildung von sauerstoffarmen Zonen auf dem Meeresboden, wenn plötzlich große Mengen organischen Materials dorthin absinken. Auf noch größere Kritik stößt bei den den Eisendünger-Gegnern, dass die Technik eine Spielart des so genannten Geoengineering ist: der großtechnischen Reparatur des Klimas.

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Nathalie Roller: Und wieder mal ein höchst radio-aktiver Staatspräsident

Es war auch Frankreich, das zu Beginn des 20.Jahrhunderts einer Polin namens Marie Curie, polnischer Name Maria Sklodowska, die wissenschaftlichen Mittel zur Verfügung stellte, um die nukleare Spaltung zu entdecken. Diese doppelte Nobelpreisträgerin, Physik und Chemie, ist auch die Schöpferin des Wortes "Radioaktivität", die ihr wie man weiß, das Leben kostete. Jahrelang hatte sie radioaktives Material mit sich herumgetragen, dessen Gefährlichkeit ihr natürlich noch nicht bewusst war. 1934 ist Marie Curie, verstorben, und nun im Mai 2012 ehrte Präsident François Hollande bei seiner Amtsübernahme diese Wissenschaftlerin ausländischer Herkunft, was er betonte. Die Arbeit und die Entdeckungen von Madame Curie "seien Teil des französischen Stolzes geworden", wie der neue Staatspräsident ausdrücklich hervorhob. Vive a radioactivité!?

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Reinhard Jellen: Das Leben nach dem Einschlag der fiskalischen Neutronenbombe - Interview mit Katja Kullmann über Armut und Gentrifizierung im neoliberalisierten Detroit

" Detroit leidet seit Jahrzehnten unter dem gegenteiligen Problem: einer massiven De-Gentrifizierung. Jeder, der es sich leisten kann, zieht weg. Daher freuen sich alle, wenn irgendwo in der Stadt wenigstens mal ein Starbucks-Laden aufmacht. Selbst diejenigen, die sich niemals einen Kaffee dort leisten könnten, weil der ungefähr so viel kostet wie ein XXL-Familien-Spar-Menü bei McDonald’s, finden das gut. Die Hoffnung, die dahinter steht: Je mehr wohlhabende Menschen sich ansiedeln, desto mehr Service-, Fahr-, Wach- und Pflegedienste müssen erledigt werden - desto mehr Jobs fallen also wieder an, auch für diejenigen, die nicht zur Elite gehören."

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Piraten: Ehrenkodex


Piraten sind frei

Piraten sind freiheitsliebend, unabhängig und selbstbestimmt, ihrem eigenen Ehrenkodex verpflichtet. Dies beinhaltet auch, dass Wikipedia-logo.pngParteizwang ebenso wie jeder Verhaltenskodex als blinder Gehorsam abgelehnt wird und dass die Entscheidungsfreiheit erhalten bleibt. Piraten lassen sich nicht überwachen. Piraten sind unbestechlich.

[Bearbeiten]Piraten handeln nur freiwillig

Ein Pirat lässt sich zu keiner Handlung zwingen, noch zwingt er andere Menschen und Piraten zu einer Handlung. Ein Pirat entscheidet in jedem Moment, ob sein Handeln mit seinen ethischen und moralischen Grundsätzen übereinstimmt. Ein Pirat entscheidet unter diesen Bedingungen jeden Moment seines Handelns immer wieder und verharrt nicht in starren Regeln. So entscheidet jeder Pirat immer wieder neu auf der Basis von Freiheit und Verantwortlichkeit.

[Bearbeiten]Piraten leben privat

Piraten legen hohen Wert auf ihre vom Grundgesetz garantierte Privatsphäre. Sie wissen, dass ohne private und unbeobachtete Freiräume keine freiheitlich-demokratische Gesellschaft möglich ist. Wer nicht weiß, ob er beobachtet wird und wer sich nicht mehr sicher ist wer was über ihn weiß, wird bewusst oder unbewusst sein Verhalten verändern und sich in eine für die Gesellschaft gefährliche "Normalität" begeben. Überwachungsmaßnahmen, die die Privatsphäre einschränken, werden von allen Piraten abgelehnt und bekämpft, weil sie die freie Entfaltung der Persönlichkeit verhindern und demokratische Vielfalt beschneiden. Daher muss auch in der Piratenpartei stets eine anonyme Beteiligung an der politischen Arbeit möglich sein.
Trotzdem hat ein Pirat Mut Farbe zu bekennen und versteckt sich nicht hinter diesem Freibrief, wenn es dem Kodex entspricht.

[Bearbeiten]Piraten fragen nach

Die schöne Variante von "Ein Pirat denkt". Piraten schlucken nicht alles. Medienkritik ist essentiell wichtig. Piraten hacken Systeme, aber nicht sinnlos und respektlos.
Hacken von Systemen:
Jedes System kann gehackt werden. Mit "System hacken" meint man nicht, dass es zerstört wird, sondern einfach nur komplett verstanden. Erst wenn man ein System komplett versteht, sieht man die Schwachstellen/Fehler. Beispiel: Fernsehabteilung - Dort werden verschiedene Fernseher mit unterschiedlicher Farbtemperatur betrieben. Da die meisten Leute ein warmes Bild (mehr Rot) lieber mögen als ein kaltes (mehr blau), können so gezielt die Fernseher verkauft werden, die raus müssen. Ein Pirat würde sich also fragen: Wieso sieht die Farbe bei den verschiedenen Fernsehern unterschiedlich aus? Kann man die Farbe korrigieren? Wenn ja, warum machen die Verkäufer das nicht? Welche Fernseher wollen die Verkäufer mir verkaufen und was sind das für Fernseher?
Erst Fragen schaffen Klarheit. Oder wie es bei der Sesamstraße heißt: "Wer nicht fragt, bleibt dumm."
Piraten versuchen genauestens zu durchleuchten, alle Handlung ist differenziert.

[Bearbeiten]Piraten sind erfinderisch

Dieser Punkt ist aus dem "hinterfragt" entstanden. Piraten sind neugierig und kreativ, sie erfinden ständig Neues, sind offen für neue Wege, sehen andere Lösungen und lassen sich nicht von alten Mustern einnehmen. Dabei realisieren Piraten neue Projekte und Aktionen nach dem Koordinations- und Kooperationsprinzip. In einem ständigen Prozess werden dabei bestehende Projekte erweitert, verbessert, werden Innovationen eingeführt und weitere Ideen geschmiedet.
Um politisch ernst genommen zu werden verzichtet ein Pirat auf Esoterik. Etwas Kult zur Festigung des Piratengefühls ist erlaubt. Piraten sind bereit, sich von ihren "geistigen Kindern" zu trennen, wenn es sich nicht bewährt oder als unsinnig erkannt wird.

[Bearbeiten]Piraten fördern freies Wissen, Bildung & Kultur

Piraten setzen sich für eine freie Wissensgesellschaft ein. Wissen und Kultur zu teilen ist für sie der Schlüssel zu Chancengerechtigkeit und zu einer materiell sowie geistig und kulturell wohlhabenden Gesellschaft. Insbesondere fordern und fördern Piraten das Prinzip des OpenAccess, OpenSource, alternative Lizenzmodelle wie Creative Commons,freies Radio und freies Fernsehen.
Außerdem wenden wir uns gegen das "Raubkopie"-Argument und die GEZ.
Piraten engagieren sich ebenso für freie Bildung und gleiche Bildungschancen für Alle, unabhängig von ihrer sozialen oder finanziellen Situation. Dies beinhaltet einen kostenlosen Zugang zu Schulen und Hochschulen.

[Bearbeiten]Piraten machen die Klappe auf

  • Piraten orientieren sich in allen Entscheidungen am Wohl aller Menschen.
  • Ein Pirat bleibt nicht stumm, wenn ihm etwas nicht passt.
  • Ein Pirat - ein Wort! Piraten stehen zu ihrem Wort und äußern daher nicht voreilig angebliche absolute Wahrheiten.
  • Piraten kritisieren, aber sachlich und konstruktiv.
  • Piraten sind mutig.
  • Piraten machen von ihrem Einfühlungsvermögen Gebrauch.
  • Piraten nehmen ihre Rechte wahr.
  • Piraten gehen wählen.
  • Sie wissen aber auch, wann sie mal ruhig sein sollten.
  • Sie stellen ihre Gedanken anderen Piraten zur Diskussion um einen Konsens zu finden, der dem Parteiprogramm entspricht.
  1. Whistleblowing

[Bearbeiten]Piraten sind fair

Die Piraten stehen für eine politische Kultur der Fairness, Höflichkeit und Sachlichkeit, in der Argumente und Inhalte wieder zählen. Das gilt für Auseinandersetzungen innerhalb der Partei und mit politisch Andersdenkenden.
Piraten fühlen sich der Wikipedia-logo.pngNetiquette verpflichtet.
Piraten sind bereit, sich selbst in Frage zu stellen, wenn es nötig ist. Piraten lassen sich trotzdem nicht unterkriegen.

[Bearbeiten]Piraten haben Achtung vor dem Leben

Piraten haben Achtung vor jeglicher Form von Leben. Todesstrafe, Tötung von Tieren aus Spaß und die Zerstörung vonNatur und Umwelt lehnen wir daher ab, ebenso wie Patente auf Gene oder ganze Organismen.

[Bearbeiten]Piraten sind friedlich

Die Stärke eines jeden Piraten ist in erster Linie seine Stimme. Viele Piraten ergeben viele Stimmen. Zusammenhalt bei gemeinsamen Zielen ist wichtig. Piraten können Auseinandersetzungen verbal regeln und lassen sich nicht provozieren. Piraten wehren sich entschieden dagegen, mit gewaltbereiten Randalierern in Zusammenhang gebracht zu werden, da sie das komplette Gegenteil davon darstellen.
Piraten haben aber den Mut, zu hinterfragen und ordnen sich nicht eventuellem Geschwätz unter. Piraten stehen Rede und Antwort.

[Bearbeiten]Piraten zeigen Zivilcourage

Piraten möchten der "Wegseh-Gesellschaft" entgegenwirken und verhalten sich stets couragiert. In Situationen, die Zivilcourage erfordern, bleiben sie nicht untätig! Sei es die alte Dame, die ihren Rollator nicht mehr ohne Weiteres in den Bus heben kann, Übergriffe auf Mitbürger, der Unfall, das liegen gebliebene Fahrzeug, die nächtliche Schlägerei vor der Diskothek oder der Mann im Bus, der gerade einen Asthma-Anfall bekommt - all diese Situationen erfordern aktives oder passives Eingreifen. Piraten sehen nicht weg und verlassen sich nicht darauf, dass irgend jemand anderes schon etwas machen wird, sondern sie treten selbst in Aktion und wägen ab, was zu tun ist. Man muss sich nicht selbst in Gefahr bringen, um Courage zu zeigen! Ein Anruf in der Notrufzentrale (110/112), ein lauter Schrei "FEUER" , entschiedene Worte oder auch die nur aktive, aufmerksame Teilnahme am Geschehen bewirken oft schon Großes.

[Bearbeiten]Piraten sind tolerant und gegenWikipedia-logo.pngDiskriminierung

Niemand darf aufgrund seiner (Wikipedia-logo.pnggeographischen oder Wikipedia-logo.pngsozialenWikipedia-logo.pngHerkunft, seines Wikipedia-logo.pngGlaubens (oder Wikipedia-logo.pngNicht-Glaubens), seines Wikipedia-logo.pngAussehens (Hautfarbe oder Wikipedia-logo.pngPhysiognomie), seiner Wikipedia-logo.pngSprache, seines (Wikipedia-logo.pngbiologischenoder Wikipedia-logo.pngsozialenWikipedia-logo.pngGeschlechts, seiner Wikipedia-logo.pngsexuellen Orientierung,wegen seines Berufes oder seiner Familien-Tätigkeit als Hausfrau/Hausmann, seiner Wikipedia-logo.pngKultur, seines Gewichtes oder Übergewichtes, seiner (Wikipedia-logo.pngkörperlichen oder intellektuellen) Fähigkeiten, seines Gesundheitszustandes, seiner Wikipedia-logo.pngpolitischen Anschauungen, seines Wikipedia-logo.pngAlters, seines Familienstandes beziehungsweise seiner Wikipedia-logo.pngLebensweise oder wegen seines Bildungsstandes diskriminiert werden!

[Bearbeiten]Piraten sind keine Räuber

Hiermit ist Respekt vor geltenden Gesetzen und materiellem Privateigentum zum Ausdruck gebracht.

[Bearbeiten]Piraten sind keine Freeloader

Piraten haben Respekt gegenüber Urhebern und deren Schaffen (wichtig für Urheberrechtsdebatte u.Ä.). Man wendet sich gegen Ausbeuterei. Piraten schmücken sich nicht mit fremden Federn. Piraten sind bereit, Kulturschaffende und andere Kreative angemessen zu unterstützen und somit Verantwortung für den Fortbestand von Kultur und z.B. Journalismus zu übernehmen.

[Bearbeiten]Piraten denken auch an andere

Dieser Punkt zeigt auf, dass Piraten niemanden durchs soziale Netz fallen lassen möchten. Insbesondere denken Piraten bei sämtlichen Überlegungen immer an Minderheiten, wenn es darum geht, die besten Lösungen für die Gemeinschaft zu finden. Piraten versuchen möglichst empathisch zu sein und sich in andere Menschen hinein zu versetzen, um so einen klareren Blick auf sich selbst, seine Einstellungen und auf die Meinung des anderen werfen zu können. Piraten geht es nicht darum nur ihre eigene kleine Welt so angenehm wie möglich zu gestalten, sondern sie denken stets auch an diegroße Welt da draußen, die es gemeinsam und zum Wohle Aller zu verbessern gilt.

[Bearbeiten]Piraten denken, handeln und arbeiten global

Die Tatsache, dass Piraten eine globale Bewegung sind, lässt Piraten auch global denken, um so langfristig (aber in nicht allzu ferner Zukunft) bei der Bewältigung der drängendsten Probleme unserer Welt mitzuwirken.

[Bearbeiten]Piraten zerschlagen Gordische Knoten

Was Piraten anpacken, machen sie so einfach wie möglich und so kompliziert wie nötig. Piraten wollen, dass jeder die Spielregeln versteht. Piraten setzen sich für eine klare Begriffssprache ein und sind daher verständlich. Piraten handeln nach dem KISS-Prinzip, z.B. >Keep it simple and smart< und kennen das Geheimnis um das Ei des Kolumbus.

[Bearbeiten]"Piraten suchen ihr Schiff"

Piraten suchen ihr Schiff,

die Piraten unseres Schiffes sind leicht zu erkennen:
Sie gehen aufrecht, haben ein Funkeln in den Augen
und ein Schmunzeln auf den Lippen.

Piraten sind weder heilig, noch erleuchtet.
Piraten sind durch ihre eigene Hölle gegangen.
Piraten haben ihre Schatten und Dämonen angeschaut,
angenommen, offenbart und durchschaut.

Piraten sind keine Kinder mehr und
wissen wohl, was ihnen angetan worden ist.
Piraten haben ihre Scham und ihre Rage explodieren lassen
und dann die Vergangenheit abgelegt,
die Nabelschnur durchtrennt und die Verzeihung ausgesprochen.

Da Piraten nichts mehr zu verbergen haben, sind sie klar und offen.
Weil Piraten nichts mehr zu verdrängen haben,
sind Piraten voller Energie, Neugierde und Begeisterung.

Das Feuer brennt in ihrem Bauch!

Die Piraten unseres Schiffes kennen den wilden Mann
und die wilde Frau in sich und haben keine Angst davor.
Piraten halten nichts für gegeben und selbstverständlich,
prüfen nach, machen ihre eigenen Erfahrungen
und folgen ihrer eigenen Intuition.

Piraten und Piratinnen unseres Schiffes begegnen sich auf der
gleichen Ebene, achten und schätzen ihr "Anders" -Sein,
konfrontieren sich ohne Bosheit und lieben ohne Rückhalt.

Piraten unseres Schiffes gehen oft nach innen, um sich zu sammeln
und Kontakt mit den eigenen Wurzeln aufzunehmen,
sich wieder zu finden, falls sie sich durch den Rausch des
Lebens verloren haben.

Und dann kehren Piraten gerne zu ihrem Schiff zurück,
denn sie mögen teilen und mitteilen,
geben und nehmen, schenken und beschenkt werden.

Piraten leben Wärme, Geborgenheit und Intimität.
Getrennt fühlen sie sich nicht verloren wie kleine Kinder
und können gut damit umgehen.

Piraten leiden aber an Isolation und sehnen sich nach ihren
Seelenbrüdern und -schwestern.

Die Zeit zum Entern ist gekommen!

Piraten suchen ihr Schiff
Vielen Dank an den unbekannten Verfasser


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