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Mittwoch, 31. Oktober 2012

Markus Kompa: Mutmaßliche griechische Steuerflüchtlinge erhalten "Polizeischutz" - Griechischer Journalist wegen Publizierens der "Liste Lagard" vorübergehend festgenommen

Auch in Deutschland wäre das Veröffentlichen geleakter Kontodaten unzulässig, würde jedoch bei einem Journalisten, der lediglich Empfänger bereits rechtswidrig kursierender Daten ist und nicht zu Straftaten angestiftet hat, nur als Ordnungswidrigkeit, nicht aber als Straftat verfolgt. Das Einrücken etwa in Redaktionen mit der Polizei ist seit der SPIEGEL-Affäre in Deutschland relativ unpopulär. Selbst das Veröffentlichen eines Dienstgeheimnisses rechtfertigt nicht ohne Weiteres eine Durchsuchung einer Redaktion, wie das Bundesverfassungsgericht 2007 entschied. Die Instrumentalisierung von Strafrecht gegen seriösen Journalismus wird jedoch vereinzelt in Sachsen beobachtet. Jedoch wäre mit zivilrechtlichen Unterlassungs- und Schadensersatzklagen zu rechnen. Da die Betroffenen keiner Straftaten überführt sind, wäre das Veröffentlichen zivilrechtlich grundsätzlich unzulässig. Allerdings könnte eine Veröffentlichung bzgl. dreier Namen wegen hohem Berichtsinteresse der Öffentlichkeit gerechtfertigt sein, denn auf der Liste befinden sich zwei frühere Minister sowie ein Berater des Premierministers.

Mein Blog befasst sich in einem umfassenden Sinn mit dem Verhältnis von Wissen, Wissenschaft und Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk richte ich dabei auf die Aktivitäten des Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann und der Bertelsmann Stiftung.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Anja Kühne: Bildungsmobilität - In der Schule nach unten durchgereicht

Jörg Dräger, Bildungsexperte der Bertelsmann-Stiftung, erklärte, die Schule müsse viel mehr Wert auf die individuelle Förderung der Schüler legen: „Auf Abschulungen und Klassenwiederholungen kann man dann weitgehend verzichten.“ Peter Meidinger vom Deutschen Philologenverband erklärte hingegen, 30 Prozent der Hauptschüler würden erst nach dem Hauptschulabschluss noch die Mittlere Reife erwerben und über ein Drittel der Realschüler über berufliche Schulen oder den Einstieg in gymnasiale Oberstufen noch das Abitur: „Nicht jeder Wechsel in eine angeblich niederere Schulart ist ein Abstieg.“

Kommentar von Steffen Roski: Wieder einmal wirft die Bertelsmann Stiftung eine Nebelkerze, in deren Dunst sich die Bertelsmann AG startklar macht. Ein Medien- und Dienstleistungsriese wie das Gütersloher Imperium weiß nur zu genau, wie sich "individuelle Förderung" vermarkten lässt. Professoren und Ministerialbürokratie gehen den Bertelsmännern erneut auf den Leim und schmücken sich medienwirksam mit progressiven Etiketten, während im Hintergrund der Rubel in die ost-westfälische Provinz rollt. So weit sind wir in der Bertelsmann Republik Deutschland (Thomas Schuler) gekommen: Ein Medienkonzern definiert, was "individuelle Förderung" heißen soll und liefert dann auch gleich die geeigneten Bildungskonzepte und Materialien frei Haus. Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Gesellschaft spenden brav Beifall und nehmen nicht wahr, wie ein hohes Gut, die Bildung nämlich, einem Konzern zum Fraß vorgeworfen wird.

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Bernd Ulrich: Der große Sprung nach vorn - Europhoriker wie Daniel Cohn-Bendit, Robert Menasse oder Ulrich Beck machen aus Europa eine Ideologie. Das hat der Kontinent nicht verdient.

Offenbar ist den Europhorikern der europäische Nationalstaat fast peinlich, während sie ihn woanders geradezu bewundern. Zu diesem Minderwertigkeitskomplex gesellt sich – leider wieder ähnlich wie bei Wilhelm II. – ein bisschen Größenwahn. Wenn Europa sich nicht vereinigt, drohen ja angeblich, wir sahen es schon, weltweit Kriege, ohne Europa ist auch die Klimakatastrophe nicht zu verhindern, sagen etwa die Grünen. Selbst der hochvernünftige Bundestagspräsident Norbert Lammert kokettierte bei seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit mit diesem Gedanken: Die europäische Einigung sei »der historisch einzigartige, beispiellose und zugleich beispielhafte Weg ihrer Mitgliedsstaaten, nationale Souveränitätsrechte zu übertragen.« Beispiellos und zugleich beispielhaft? Am europäischen Wesen? Geht’s denn nicht auch mal halblang? Wollen wir den alten europäischen Kolonialismus nun in der Stuhlkreis-Variante wiederholen? Kann man nicht einfach sagen, dass Europa seinen Weg sucht und die anderen ihren und dann mal sehen?

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zdf.de: Eine Vorratskammer für Sonnenenergie

Wind, Wasser und Sonne - das ist die Basis der Energiewende. Dadurch steigt auch die Notwendigkeit, große Mengen an Strom zu speichern. In Stuttgart wurde nun der Grundstein dafür gelegt: Eine Forschungsanlage soll Sonne und Wind in Erdgas umwandeln und speichern. Die so genannte Power-to-Gas-Anlage soll in Baden-Württemberg entstehen. Eine Forschungsanlage zur Erprobung der Stromspeichertechnik wurde heute in Stuttgart-Vaihingen eingeweiht. "Mit einer möglichen Methanproduktion von bis zu 300 Kubikmetern pro Tag ist sie die größte ihrer Art weltweit", erklärte das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) sprach von einem "erfolgreichen Schritt zur Etablierung der neuen Technik".

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Nicolas Pelham: Gaza - A Way Out?

Even when they are open for business, however, the tunnels have their downsides. Some two hundred workers have been killed, many of them children, who are preferred, as in Victorian mines, for their slight frames. Moreover, part of the tunnel complex lies inside Israel’s self-declared buffer zone, which Hamas forces say is beyond their reach. These tunnels double as portals for smugglers trafficking drugs and weapons, and may, as Cairo alleges, offer Sinai’s militants an escape hatch from Egyptian patrols. Above all, Hamas’s dependence on smuggling has underlined its continued illegitimacy in the eyes of much of the world.

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Mary Beard: How to Win the Election (Without Super PACs)

But as often, the apparent familiarity of the world of the ancient text is largely a matter of translation. For decades, if not centuries, Quintus Cicero’s advice has been adjusted in English versions to match our own political systems and processes. Freeman’s translation is no different. Even the idea that the politician should give people hope, a cliché of modern media politics, looks different in the original Latin from the modern English. Freeman’s version has: “The most important part of your campaign is to bring hope to people and a feeling of goodwill toward you.” It is, for us, an instantly recognizable thought. But what the original Latin actually says is this: “In seeking election you must take care that the state has a good hope of you, and a good opinion of you”—which is quite different from (indeed the reverse of) the modern idea of bringing hope to the people.

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Jonathan Freedland: America Forgets the World

The two candidates competed to be Israel’s best friend. While Romney referred to “my relationship with the prime minister” and upbraided Obama for failing to visit the country during his first Middle East tour as president, Obama recalled an earlier trip that took in the southern, rocket-hit town of Sderot and the Holocaust memorial institute Yad Vashem. One does not need to resort to myths of Jewish might to understand this display. The simpler explanation is that in the Obama era the Republicans, and Romney especially, have taken an issue that used to be broadly consensual and sought to exploit it for partisan advantage. Hence Romney’s claim in his convention speech that Obama had thrown Israel “under the bus.” That has left Obama on the defensive, forced to spell out his record of staunch support for and military co-operation with Israel, which he did again on Monday night. If Romney believed there were votes to be had in casting Obama as soft on Cuba, they’d have sparred on that too.

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Kwame Anthony Appiah: We’re Still Puzzled

So, oddly, I came away from The New New Deal with the same worry that I took from The Amateur. Mitt Romney has often been accused of running away from his own principal accomplishment as the governor of Massachusetts, “Romneycare.” But something similar could be said of Obama, whose opponents have made the Recovery Act, as well as the Affordable Care Act, into a political tar baby. When Mitt Romney scoffed in the first debate that half of the green energy companies supported by the federal government had failed, anyone who had read The New New Deal would have wondered where the governor was getting his facts from. They might have been less surprised that the president did not rise to the program’s defense. Something in the president’s personality may be getting in the way of his persuading the people, inside and outside Washington, whom it’s his job to persuade. That, at least, is one reading of the inkblots.

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Martin Filler: Smash It - Who Cares?

To be sure, opposition to Stuttgart 21 has not been wholly, or perhaps not even primarily, architectural, even though critical opinion reckons the station among the finest transportation facilities of the twentieth century. The new scheme also involves felling two hundred trees in the adjacent Schlossgarten, one of the city’s best-loved parks, which along with the project’s enormous cost—opponents have warned that it could exceed $23 billion—may well be the main sources of public anger. Yet even the partial destruction of Bonatz and Scholer’s masterful work (which they dubbed umbilicus sueviae, the navel of Swabia) has been rightly perceived as an irrevocable act of cultural vandalism. How big a political issue can be made of despoiling architectural landmarks? In fact, voter disgust with both Stuttgart 21 and mainstream politicians’ evident indifference to the numerous demonstrations against it helped the Green Party to win a majority on the Stuttgart city council in 2009 and two years later to lead a coalition government in Baden-Württemberg’s legislature, a first for a German state. What has made the story of the Stuttgart Central Station especially shocking is that the historic preservation movement arose a half-century ago in direct response to the equally misguided demolition of another great railway depot: McKim, Mead & White’s majestic Pennsylvania Station of 1908–1913 in New York City.

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gegen-hartz.de: JOBCENTER-KURS - DE-QUALIFIZIERUNG VON AKADEMIKERN?

Ein „Dozententeam“ bietet in den Räumlichkeiten der Volkshochschule Osterode einen „De-Qualifizierungskurs“ für Erwerbslose mit einem akademischen Abschluss an. So heißt es in der Beschreibung des „Intensivkurs 01.0413, Seite 25/60“: „Ein akademischer Abschluss oder gar eine Promotion kann beim Zugang zu bestimmten Berufen, beispielsweise als Bauhelfer, eine große Einstellungshürde sein. In diesem Kurs versuchen wir, durch Erlernen eines zielgruppenspezifischen Vokabulars, angepasste Kleidung und gezielte Verhaltensänderungen auch aus promovierten Geisteswissenschaftlern wieder echte Männer zu machen."

Kommentar von Steffen Roski: Die Würde des Menschen sei in diesem Land unantastbar. Nun ja, die Jobcenter jedenfalls treten diese mit Füßen. Es ist ein Hohn: Prekär beschäftigte MitarbeiterInnen in den Jobcentern, häufig mit akademischem Hintergrund, "dequalifizieren" Kunden mit einem Hochschulabschluss. Wer "dequalifiziert" sich hier? Wer in den Führungsetagen der Bundesagentur für Arbeit ordnet dies an und qualifiziert die DequalifiziererInnen?

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tagesschau.de: Random House und Penguin Group fusionieren - Ein neuer Riese auf dem Buchmarkt

Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe sprach von einem "Meilenstein nicht nur für Random House, sondern für das gesamte Haus Bertelsmann." Mit dem Zusammenschluss von Random House und Penguin werde ein Kerngeschäft Bertelsmanns deutlich gestärkt. Der Zusammenschluss ermögliche es beiden Verlagshäusern, "noch effektiver ihre Bücher zu verlegen, und das in traditionellen wie in digitalen Formaten und für die Vertriebswege der Zukunft".

Kommentar von Steffen Roski: Das starke Engagement der Bertelsmann Stiftung im Bildungsbereich wird vor diesem Hintergrund verständlich. Die Stiftung macht Bildung zur Ware, die der Konzern dann gewinnbringend vermarktet - und zwar global!

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Sonntag, 21. Oktober 2012

Luc Boltanski: Macht des "Volkes"- Die Krise des Liberalismus entfesselt nationale Affekte

Aber es existiert daneben eine Herrschaftsform, in der Kritik durchaus autorisiert ist, ja sogar gefordert wird, nur unter der Voraussetzung, dass sie wirkungslos bleibt. Sie wird dadurch eine wesentlich verbale Aktivität und soll Unzufriedenheit absorbieren. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts, und mehr noch seit etwa einem Jahrzehnt, hat man ein derartiges Regieren aufkommen sehen, das ich »geschäftsführend« nennen möchte. Es beruht auf einer Verallgemeinerung von Managementmethoden, die aus der Wirtschaft kommen und sich nun auch in der Schule, im Gesundheitswesen, in der Kultur breitmachen, ja im gesamten öffentlichen Dienst. Dieses new public management favorisiert die Konkurrenz zwischen verschiedenen Einrichtungen desselben Sektors, außerdem zwischen den Individuen, die in der öffentlichen Sphäre arbeiten. Mag sich diese Art des Regierens auch als demokratiekompatibel präsentieren, tendiert sie dennoch dazu, die Rolle der Kritik einzuschränken und mit ihr die der Politik. Unter ihr ist die Kritik nicht verboten wie unter einem Terror-Regime. Aber sich an freier Rede erfreuend, bleibt die Kritik gleichwohl außerstande, das Format grundlegend zu ändern, in dem die soziale Wirklichkeit konstruiert wird. Alles geschieht so, als habe die Kritik jeden Zugriff auf die Realität verloren. Dieser Modus des Regierens ist nicht konservativ in dem Sinne, dass er jede Veränderung verhindert, ganz im Gegenteil. Aber die Veränderungen, die er herbeiführt, fußen nicht mehr auf einer echten politischen Wahl und sind auch nicht durch Werte gerechtfertigt. Sie werden präsentiert als gleichsam naturgesetzlich, unter Berufung auf die Autorität der Wissenschaften und namentlich der Ökonomie, und ihr Zentralbegriff ist die Notwendigkeit. Unter einem derartigen Regime wird den Akteuren des sozialen Lebens, zumal den bedürftigsten unter ihnen, nicht etwa abverlangt, sich Illusionen hinzugeben, ebenso wenig wie sie die bestehende Ordnung mit Enthusiasmus befürworten müssen. Man verlangt von ihnen lediglich, realistisch zu sein und die »notwendigen Opfer« zu bringen. Und zwar nicht, weil diese an sich gut oder gerecht wären, sondern weil sie unabweislich sind angesichts der Lage, die nun einmal so ist, wie sie ist.

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Martin Klingst: "Zeit"-Interview mit Roberto Unger - Setzen, sechs! - Barack Obamas einstiger Professor ist tief enttäuscht von seinem Studenten. Ihm fehle der Mut zu wahren Veränderungen.

"Ein Progressiver weiß, wann er den Konsens suchen und wann er der Sache wegen spalten muss. Doch Obama hat nie wirklich gekämpft, das ist unverzeihlich. Diese unpersönliche Freundlichkeit, diese Distanz, die Sehnsucht nach Zustimmung – das sind allzu gewöhnliche Charaktereigenschaften von Politikern. Obamas großes Vorbild, Präsident Franklin Delano Roosevelt, der in den dreißiger Jahren während einer noch weit schlimmeren Wirtschaftskatastrophe regierte, stellte die mächtigen Kapitalinteressen an den Pranger und rief seinen Widersachern entgegen: Ich heiße euren Hass willkommen!"

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Freitag, 19. Oktober 2012

Deutscher Bundestag - Wissenschaftliche Dienste: Die Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika

Bei den Präsidentschaftswahlen wird der Präsident (und der Vizepräsident) nicht direkt durch die Bevölkerung, sondern durch ein Wahlmännergremium gewählt. Tatsächlich wählen die Bürger am Tag der Präsidentenwahl die Wahlmänner und -frauen (electors) ihres Bundesstaates für das Electoral College. Mit Ausnahme von Nebraska und Maine, wo die Stimmen des Electoral College überwiegend proportional verteilt werden, gilt in allen Bundesstaaten sowie im District of Columbia die Regel „The winner takes all“, das heißt, der Präsidentschaftskandidat mit der relativen Mehrheit der Wählerstimmen erhält alle Wahlmänner-Stimmen des jeweiligen Bundesstaates zugesprochen. Die Stimmen für den unterlegenen Kandidaten bleiben unberücksichtigt.

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Carina Mitschke: Ökonomische Bildung – eine neutrale Sache? - Wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) Einfluss auf Unterrichtsinhalte an allgemein bildenden Schulen ausübt

Aufgrund der fehlenden Alternativen wird durch das Unterrichtsmaterial auch die Gestalt- und Veränderbarkeit wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Zustände nicht aufgezeigt. Die Entwicklung der Globalisierung und die damit einhergehenden Veränderungen der Arbeitswelt werden als gegeben und unbeeinflussbar dargestellt. Somit erscheinen die Schülerinnen und Schüler als Adressaten und nicht als Subjekte in einer Welt, deren Veränderung nicht den Menschen obliege, sondern in der Natur der Sache liege. Den Schülerinnen und Schülern wird dadurch eine passive Rolle als zukünftige Bürgerinnen und Bürger zugeschrieben, die sich dem Handeln von Institutionen zu unterwerfen haben. Allerdings wird in dem Unterrichtsmaterial keine handelnde politische Institution genannt, sondern nur von wirtschaftlichen Entwicklungen (Globalisierung) gesprochen. Das zugrunde liegende Bürgerrollenkonzept entspricht demnach einem den Marktlogiken unterworfenen Wirtschaftssubjekt und nicht dem des teilhabeorientierten Citoyen, wie er von einer emanzipatorisch-kritischen politischen Bildung gefordert wird.

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Donnerstag, 18. Oktober 2012

fnp.de: Politik ohne Berufserfahrung

Schnurrs Parteifreund Hans-Christian Mick ereilte früh das Schicksal, ohne Beruf Berufspolitiker zu werden. 2009 wurde der heute 31-Jährige Landtagsabgeordneter. Seit 2006 ist er Doktorand bei Prof. Dr. Georg Hermes. Ja, Promotionen für Politiker sind nach den Doktorarbeiten von Guttenberg und Schavan schwieriger geworden.

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Elke Schenk: Bertelsmann macht Weltpolitik

Man fragt sich: Was hat der Bertelsmann-Konzern von einer hochgerüsteten, zu den USA in Konkurrenz tretenden Supermacht EU? Offenbar verspricht er sich Vorteile von militärischer Flankierung bei der Eroberung neuer Märkte. Daneben kann vor allem die Bertelsmann-Tochter Arvato lohnende Geschäfte erwarten. Als Spezialist für Logistik und Informationstechnologie-Anwendungen aller Art kommt Arvato sowohl für zivile wie militärische Dienstleistungen in Betracht. Die im EDS-Papier geforderten Outsourcing- und PublicPrivatePartnership-Projekte für Aufgaben, die nicht zum militärischen Kernbereich gehören, sowie die behaupteten Defizite im Bereich »command, control, communications, computers capabilities, intelligence, surveillance and reconnaissance« öffnen für Arvato ein weites Auftragsfeld: In Zeiten, in denen Kriegsvorbereitung und -führung zum großen Teil auf elektronischer Datenübermittlung beruht, ist ein Vertragspartner zur Stelle, dessen Motto lautet: »Die richtige Information – zur richtigen Zeit – im richtigen Format – für die richtige Person«.

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Ian Bell: So many imponderables from just one question

Such is the heart of the calculation, or – Mr Salmond being Mr Salmond – the gamble. It's a hard one to call. Will two more years of near-nihilistic austerity cause Scots to seek escape from a failed British state, or will they cling more tightly to familiar apron strings? Will an economic recovery, if any, persuade voters that independence is feasible, or convince them that self-determination is irrelevant?

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piratenpartei.de: Urheberrechtsdialog

Die Piratenpartei hat es sich zum Ziel gesetzt, das Urheberrecht an die gesellschaftlichen und technischen Realitäten des 21. Jahrhunderts anpassen. Wir streben eine Reform des Immaterialgüterrechts an, die ein zukunftssicheres, freies und eigenständiges Urheberrecht zum Ziel hat. Wir möchten einen Ausgleich zwischen Ansprüchen der Urheber und der Öffentlichkeit schaffen und gleichzeitig dem Nutzer eine umfangreiche Teilhabe sichern. In der Ihnen vorliegenden Broschüre widmen sich die Fachexperten der PIRATEN einzelnen Themenkomplexen – wie z.B. Verwertungsgesellschaften, tragfähigen Geschäftsmodelle im digitalen Wandel oder modernen, gemeinwohlorientierten Lizenzmodellen. Sie finden außerdem Thesen und eine Übersicht über die von uns angestrebten Änderungen am Urheberrecht.

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Mittwoch, 17. Oktober 2012

tagesschau.de: Wie Plagiate aufgedeckt werden - "Komisch, das hab ich schon mal gelesen" - Plagiats-Expertin Debora Weber-Wulff im Interview mit tagesschau.de

"Es werden pro Jahr 25.000 Doktorgrade verliehen, die meisten durch ehrliche und gewissenhafte Arbeit. Und außerhalb ist der Doktorgrad eigentlich nicht wichtig. Er sollte meiner Meinung nach auch aus dem Pass gestrichen werden. Die Leute schreiben ihn auf ihr Klingelschild, aber wozu? Der Doktorgrad hat nur in der Wissenschaft etwas zu bedeuten. Ich glaube zwar, dass jemandem mit Doktortitel mehr Türen offen stehen, aber das Können einer Person sollte nicht nur über den erreichten Hochschulgrad beurteilt werden."

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Jeanette Hofmann, Christian Katzenbach, Merlin Münch: Kulturgütermärkte im Schatten des Urheberrechts – zur Pluralität praktizierter Regelungsformen

Wie das Beispiel Stand-up-Comedy illustriert, können soziale Normen dort, wo das Urheberrecht nicht greift, dieses unter Umständen ersetzen. Ähnliche Befunde liegen für die Haute Cuisine, für Zaubertricks und mit Einschränkungen für die Mode vor.[35] Soziale Normen können das Urheberrecht aber auch modifizieren, indem sie Schutzrechte reduzieren oder ausdehnen. Das Beispiel Stand-up-Comedy ist in diesem Zusammenhang besonders instruktiv, weil die "moralische Ökonomie“ der Comedians auch die Nutzung fremder Ideen sanktioniert und damit die für das Urheberrecht grundlegende Unterscheidung zwischen freien Ideen und ihrem schutzfähigen Ausdruck aufhebt. Auch kennen die Konventionen der Comedians weder Schrankenregelungen noch Schutzfristen und gehen daher deutlich über die gesetzlichen Ausschlussrechte hinaus. Gesellschaftliche, informelle Normen müssen also keineswegs immer "weicher“ sein als gesetzliche Regelungen.

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Anne Lauber-Rönsberg; Raubkopierer und Content-Mafia - Die Debatte um das Urheberrecht

Darüber hinaus wird eingewandt, dass das Urheberrecht eine kreative Nutzung von Werken verhindere, etwa die Erstellung neuer Medieninhalte im Rahmen von Parodien, samplings oder mashups durch die Kombination bereits bestehender Inhalte. Gemäß Paragraf 24 UrhG ist die Veröffentlichung eines bearbeiteten oder verfremdeten Werkes nur zulässig, sofern die künstlerische Verarbeitung ein solches Ausmaß erreicht hat, dass ein eigenständiges neues Werk entstanden ist und die prägenden Merkmale des ursprünglichen Werkes verblasst sind.[10] Zusätzliche Grenzen bestehen durch die flankierenden Schutzrechte der Verwerter, da nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht einmal kleinste Teile von bestehendem Tonträger- oder Filmmaterial ohne Zustimmung der Rechtsinhaber verwendet werden dürfen, wenn sie selbst erzeugt werden können.

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Thomas Carl Schwoerer: Das Urheberrecht und die Zukunft des Verlegens - Essay

Im Wissenschaftsbetrieb ist auch open access ein Thema, also der offene Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen. Darüber sprechen derzeit Wissenschaftsverleger und Wissenschaftsorganisationen auf Einladung der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, miteinander. Diese Arbeitsgruppe hat sich vor einiger Zeit in zwei Unterarbeitsgruppen aufgeteilt, deren eine das Thema golden open access (also die öffentlich zugängliche Publikation von Anfang an) behandelt, während die zweite sich mit der Zweitveröffentlichung von Zeitschriftenbeiträgen und Sammelwerken in staatlichen Open-access-Repositorien nach Ablauf eines Embargozeitraums seit der Veröffentlichung (green open access) auseinandersetzt.

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Dominique Pleimling: Social Reading – Lesen im digitalen Zeitalter

Wie ein Ausschöpfen der aus den technischen Gegebenheiten resultierenden kommunikativen Möglichkeiten aussehen könnte, hat Bob Stein – Gründer des New Yorker Institute for the Future of the Book – anhand von Doris Lessings Buch "The Golden Notebook“ demonstriert: Der komplette Text ist im Browser abrufbar und wurde von November 2008 bis Februar 2009 von sieben Journalistinnen, Kritikerinnen und Autorinnen gemeinsam gelesen.[4] Die Anmerkungen der Leserinnen wurden dabei neben den einzelnen Seiten angezeigt und beziehen sich direkt auf diese. Es entspannen sich Diskussionen zum gerade Gelesenen, die bis zu 20 Kommentare pro Seite umfassen und beispielsweise Lessings Darstellung von Männer-Stereotypen thematisieren. Konkrete Textstellen werden diskursiv erfahrbar und die neu entstehenden Texte, sogenannte Paratexte,[5] treten mit dem eigentlichen literarischen Text in eine dauerhafte Verbindung – sie sind auch heute noch online. Für den geneigten Leser verändern sie die Rezeption, regen zum weiteren Nachdenken, zur Zustimmung oder zur Ablehnung an. Sie erweitern, um mit dem Philosophen Paul Ricœur zu sprechen, die Welt des Textes und die des Lesers gleichermaßen.

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Petra van Cronenburg: In der dunklen Höhle. Zur Zukunft des Buches - Essay

Die großen Online-Händler haben die Chance erfasst: Self publishing ist ein wichtiger Markt geworden. Während sich das deutsche Feuilleton noch grämt, dass die Kultur des Abendlandes dadurch gefährdet sein könnte, weil nun wirklich jeder fehlerhafte und schlechte Bücher in die gleichen Läden stellen dürfe wie Verlage, hat sich das self publishing in anderen Ländern längst professionalisiert. Es ließe sich aus umgekehrter Perspektive also durchaus fragen, ob wir nicht vor einer neuen Bildungswelle stehen. So wie einst durch Gutenbergs Buchdruck das einfache Volk und die Frauen zum Lesen fanden, weil Bücher verweltlicht und verbilligt wurden, könnte die Verbreitung einfacher Do-it-yourself-Ware in den Charts dafür sprechen, dass bisher buchferne Internet-Nutzer plötzlich zu Büchern finden. Es bliebe zu untersuchen, ob hier nicht bisher vom gedruckten Buch und vom offiziellen Literaturbetrieb ausgeschlossene Bildungsschichten das E-Book für ihre Interessen lesend wie schreibend erobern.

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Anna Hunger: Gut in Deutsch

Die Bertelsmann-Tochter Inmediaone arbeitet mit dem selbstständigen Bildungsberater und rechtsintellektuellen Netzwerker Albrecht Jebens zusammen und schickt ihn als Vertreter in Freiburger Wohnzimmer, um Lernhilfen für Schulkinder zu verkaufen. So landete auch die Adresse eines achtjährigen Mädchens im Nirwana des deutschnationalen Sumpfs.

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Stefan Betschon: Cyberkrieg - «Es muss etwas geschehen!»

Experten gehen davon aus, dass Stuxnet und Co. von einer grossen, staatlich finanzierten Organisation entwickelt wurde. Der «New York Times»-Journalist David Sanger glaubt beweisen zu können, dass Barack Obama persönlich den Einsatz dieser Cyberwaffen befohlen habe, die von amerikanischen und israelischen Softwareingenieuren gemeinsam entwickelt worden seien.

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Bundeszentrale für politische Bildung: Schriftenreihe (Bd. 1276)

Ein Schnäppchen, wie ich finde:

Politische Krisen, soziale und religiös motivierte Verwerfungen, Staatsführungen, die sich anscheinend eher wenig um die Interessen der Regierten scheren: Was sich so aktuell liest, war bereits für Menschen im 17. und 18. Jahrhundert problematische Realität, mit der sie sich geistig auseinandersetzten. Sie wandten sich gegen Denkverbote und Obrigkeitshörigkeit, warben in ihren Schriften für Toleranz, Emanzipation und Bildung und dachten über die eigene Erkenntnisfähigkeit und die Moral einer freien Lebensführung nach. Als Aufklärung bezeichnen wir heute diese Epoche zwischen der Glorreichen Revolution in England 1689 und der Französischen Revolution 1789. Manfred Geier stellt sieben Köpfe dieses erhellenden Zeitalters und ihr Ringen um Freiheit, Erkenntnis und Toleranz vor. Die Porträtierten unterscheiden sich in ihren Zielen und Ansätzen, und ihr Denken ist nicht immer frei von Brüchen und Rückschritten. Alle aber sind von frappierender Aktualität für das Europa des 21. Jahrhunderts. - Autor: Manfred Geier, Seiten: 416, Erscheinungsdatum: 04.10.2012, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 1276, 4,50 €

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eurotopics.net: Sparpakete bedrohen sozialen Frieden

Mit harten Sparmaßnahmen bekämpfen Europas Krisenländer ihre Schulden. Aus Protest gegen Sozialkürzungen gehen inzwischen Hunderttausende auf die Straße. Für die Presse steht der soziale Frieden in Europa auf dem Spiel.

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Malise Ruthven: Can Islam Be Criticized?

There may be a crucial difference between being seen to trash the image of Muhammad publicly, as in the case of the Danish cartoons and the YouTube clip, and the deconstruction of that image using the tools of modern scholarship. Historian Tom Holland’s recent documentary Islam the Untold Story, based on his book In the Shadow of the Sword: The Birth of Islam and the Rise of the Global Arab Empire, which questions the historicity of the Arabian prophet, drew protests from some Islamic scholars, and Britain’s Channel Four TV network cancelled a screening and public discussion after Holland received a torrent of abusive messages on Twitter. Nevertheless the program went out as scheduled, and it was accessible online. Above all it did not generate riots from Benghazi to Kabul.

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Steve Coll: The Kill or Capture Presidency

What it also highlights is that the United States does not have a detention regime that works anymore. Anytime it brings terrorists suspects into custody it generated political controversy. And so what you can see is a bias is built up in the system, in which the Obama Administration judges it’s just easier to kill people. That doesn’t create any political controversy.

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Jeffrey D. Sachs: The Election

As our problems have gotten more complex in a more global, technological, and environmentally unstable era, the two parties have adopted increasingly naive ideological positions to justify their chronic managerial failures. The Republicans’ answer, of course, is that no management is needed: the market will do it. Their increasingly absurd elixir of tax cuts and deregulation is supposed to solve any problem: poverty, pollution, unemployment, health care, climate change, and even national security. Fortunately, it looks like the public is not buying this nonsense.

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Martin Ling: Landraub mit europäischer Hilfe - In Kambodscha bereitet europäische Handelspolitik der Vertreibung von Kleinbauern den Boden

"Die individuellen Produzenten sollten nur unterstützt werden, wenn sie es verdienen. Derzeit brauchen die Zuckerproduzenten zwar eine Exportlizenz für die EU. Nachweisen müssen sie dafür aber nicht, dass sie sich an soziale und arbeitsrechtliche Standards halten. Sollten Sie nicht nachweisen müssen, dass Sie keine Kriminellen sind, dass Sie kein Land rauben und keine neunjährigen Kinder zum Pestizide versprühen einsetzen? Faktisch subventioniert die EU Land Grabbing, was nicht im Interesse der EU-Bevölkerung liegen dürfte. Präferenzen darf es nur für Produzenten geben, die sich an faire Regeln halten."

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Dienstag, 16. Oktober 2012

MICHAEL KRÄTKE: Die Rettungsinsel

Entscheidend war aber etwas anderes: Die Art und Weise, wie die isländische Demokratie mit der eigenen Bankenkrise und der davon verursachten verheerenden Finanzkrise umging. Um den Zusammenbruch des Geld- und Kreditsystems zu verhindern, wurden alle Banken im Handstreich verstaatlicht. Aber dann wurden die drei großen Zockerbanken in Konkurs geschickt, etliche Banker verhaftet und unter Anklage gestellt, die ausländischen Gläubiger mussten bluten. Gerettet wurde nur das solide Kerngeschäft im Inland, also Zahlungs- und Kreditvermittlung, Spareinlagen. Die Regierung garantierte die Spareinlagen aller inländischen Sparer bis zu einem Betrag von 20.000 Euro, und sie erzwang einen Schuldenschnitt bei den Hypotheken, der viele Isländer vor dem Verlust ihres Hauses bewahrte.

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STEPHAN HEBEL: Der Preis der Freiheit

Doch die Hetze, die wir jetzt von Innenpolitikern wie Minister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Wolfgang Bosbach (CDU) hören, steht zu dieser Politik der Öffnung im exakten Gegensatz. Sie sprechen von Wirtschaftsflüchtlingen, weil Wirtschaft mehr nach Absahnen klingt als der eigentlich passende Begriff: Sozialflüchtling. Sie tun, als bräche Deutschland unter 50 000 Menschen zusammen, während die Türkei schon 100.000 Syrer aufgenommen hat. Sie verbieten Asylbewerbern das Arbeiten und beklagen sich über Sozialleistungen, die Deutschland bezahlt. Warum, Herr Friedrich, ist eigentlich eine Versorgung auf Hartz-IV-Niveau für einen serbischen Rom so attraktiv? Weil es vor unserer Haustür Hunderttausende gibt, die mit viel weniger leben müssen. Darüber schweigt die Partei der Kanzlerin.

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Deutscher Bundestag - Wissenschaftliche Dienste: Vor 50 Jahren - Die Kuba-Krise

Befangen in der Logik des Kalten Krieges, der sich damals alle Politiker der großen Mächte verpflichtet fühlten, glaubte Kennedy zunächst, Chruschtschows Muskelspiel eigene Drohgebärden entgegensetzen und die Russen vorführen zu müssen. Dabei begab er sich vermutlich der Chance, ein ebenso rasches wie undramatisches Ende der Kuba-Krise herbeizuführen. Diese Chance bestand in einem Besuch des sowjetischen Au- ßenministers Andrej Gromyko im Weißen Haus am 18. Oktober. Statt dieses lange vor der KubaKrise vereinbarte Routinetreffen als günstige Gelegenheit zu nutzen, um die Raketenproblematik sofort und auf höchster Ebene anzusprechen, was die Möglichkeit einer geräuschlosen Konfliktbereinigung ohne unnötigen Gesichtsverlust für die im amerikanischen „Hinterhof“ „ertappte“ Sowjetunion hätte bieten können, mied Kennedy das Thema. Er verschwieg sein Wissen um die Abschussrampen und ließ Gromyko in dem Glauben, die USA wüssten von nichts. Grund dafür war seine Absicht, den versuchten Raketencoup der Sowjets Tage später effektvoll vor das Forum der Öffentlichkeit (Fernsehen, UNO) zu bringen, um dort die Russen als Aggressoren und Lügner darstellen zu können.

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Montag, 15. Oktober 2012

Gesellschaft deutscher Chemiker: Keine weitere Beteiligung am CHE-Ranking


Der Vorstand der Gesellschaft Deutscher Chemiker empfiehlt den chemischen Fachbereichen in Deutschland, das CHEHochschulranking zu boykottieren. In seiner Sitzung am 17. September hat der Vorstand der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) –  mit rund 30.000 Mitgliedern eine der
größten chemiewissenschaftlichen Fachgesellschaften weltweit  – beschlossen, seinen Mitgliedern zu empfehlen, sich an den vergleichenden Beurteilungen der Chemiefachbereiche durch das Centrum für
Hochschulentwicklung (CHE) nicht mehr zu beteiligen. Das CHE-Ranking soll nach Ansicht des Vorstands von Chemikerinnen und Chemikern aller Ausrichtungen, egal welchen Ausbildungs- und Berufsstadiums, boykottiert werden. Das gilt sowohl für die Bereitstellung von Daten durch die Institute als auch für die Bereitschaft der Studierenden und der Industriechemiker, Bewertungen an CHE zu liefern und schließlich ebenso bei der Rezeption und Weitergabe der Ergebnisse durch die Presse und die Schulen an den
Nachwuchs.
Evaluierungen sind nicht nur für die Hochschulen selbst, sondern auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs wichtig, um sich besser orientieren zu können. Daher müssen Rankings und Ratings eine solide Basis haben und verlässlich sein. Wie kürzlich die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) feststellte, genügt das CHE-Ranking diesen Ansprüchen nicht, sondern weist gravierende methodische Schwächen und empirische
Lücken auf. Weiterhin führen die summarische Bewertungspraxis und die spezifischen Publikationsformate dieses Rankings unweigerlich zu Fehlinterpretationen. Als Konsequenz hatte die DGS  die soziologischen
Hochschulinstitute aufgefordert, sich nicht an der Datenerhebung für das nächste CHE-Ranking der Soziologie zu beteiligen. Dieser Argumentation schließt sich die GDCh an.
 

Die GDCh rät allen Chemikerinnen und Chemikern, an Rankings, deren Datengrundlage und Vorgehensweise nicht solide ist, nicht mehr teilzunehmen, bis die Einflussnahme der Wissenschaft auf die Erstellung der Studien nachhaltig gesichert ist. Sie ist offen für eine Diskussion mit Rankingagenturen.
Diskutiert wurde auch das Forschungsrating des Wissenschaftsrats. Hier beschloss der GDCh-Vorstand, diese im Gegensatz zum CHE-Ranking methodisch anspruchsvolle und solide Initiative, weiterhin wohlwollend und konstruktiv zu begleiten.



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Olaf Gersemann: Kapitalismus - was sonst?

Vergangene Woche starb mit dem hochbetagten britischen Historiker Eric Hobsbawm der letzte marxistische Denker von Rang. Ein würdiger Nachfolger ist nicht in Sicht. Kapitalismuskritiker gibt es viele – doch wo ist der Intellektuelle, dem zuzutrauen wäre, eine kohärente nicht kapitalistische Wirtschaftsordnung zumindest im Modell zu entwerfen? In den Wirtschaftswissenschaften, die dafür zuständig wären, jedenfalls bestimmt nicht. Gewiss wechseln dort die Moden, in den 80er- und 90er-Jahren dominierten jene Forscher den Fachbereich, die die Selbstheilungskräfte des Marktes betonen und im Staat eher das Problem als die Lösung sehen. Seit einigen Jahren nun haben, gerade auch unter dem Eindruck der großen Finanzkrise, wieder jene Aufwind, die ihr Augenmerk darauf legen, wann und warum Märkte ihren Dienst versagen. Dass bei der Vergabe des Ökonomie-Nobelpreises am Montag kommender Woche ein weiterer herausragender Vertreter der dezidiert liberal ausgerichteten Chicago School, Eugene Fama etwa, geehrt wird, darf als unwahrscheinlich gelten. Eher wird der Preis wohl wieder an einen Zweifler gehen, an den britischen Ungleichheitsforscher Anthony Atkinson zum Beispiel oder den amerikanischen Krisenpropheten Robert Shiller. Leicht übersehen wird dabei vom Publikum: Kapitalisten sind sie alle, unter den führenden Köpfen der Profession sind selbst die Linksaußen gerade einmal moderate Sozialdemokraten. Die schärfsten Kritiker der Elche sind selber welche.

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Sonntag, 14. Oktober 2012

Persönliches Zwischenfazit

Liebe Blog-Follower

Das Blog wissenschafftgesellschaft betreibe ich seit nunmehr etwa 7 Monaten. Zeit, einmal ein kurzes Zwischenfazit zu ziehen. Natürlich kann ein als Hobby betriebenes Blog keine hohen Zugriffszahlen für sich beanspruchen. Aber mit über 17.000 Abrufen bis dato kann ich durchaus leben, wiewohl mir klar ist, dass damit über die Qualität der Zugriffe nichts ausgesagt ist. Ein Tipp noch für jene Surfer, die sich kritisch mit der Bertelsmann AG und der Bertelsmann Stiftung auseinandersetzen wollen: Entsprechende Suchanfragen führen im Blog zu sicherlich manchen interessanten Treffern! Mein Anliegen wird es auch in Zukunft sein, die Aktivitäten des Konzerns und seiner Stiftung kritisch zu beleuchten! Ein herzliches Dankeschön an jene, die mein Blog besucht und einzelne Beiträge - auch kritisch! - kommentiert haben!

Christiane Grefe: Der letzte Feldzug

 Nicht zuletzt diese Erkenntnis lässt Pearce bezweifeln, dass die "effizientere", auf ein einziges Produkt ausgerichtete industrielle Landwirtschaft die Welternährung sichern kann. Der Landraub ist für ihn zugleich das Symptom einer Krise des globalen Agrarsystems. Härter hat das noch keiner formuliert: "Die Entwurzelung einer halben Milliarde Bauern, die 90 Prozent der Nahrungsmittel des (afrikanischen) Kontinents erzeugen, käme einer global-kapitalistischen Variante der verheerenden sozialistischen Experimente Stalins, Maos und Pol Pots gleich." Weil der Feldzug des Agrobusiness aus Erzeugern Kunden mache, sie aber zugleich verarmen lasse, rufe er ein fatales Paradox hervor: "Es könnte sein, dass wir dann mehr Nahrungsmittel, aber auch mehr Hungersnöte bekommen."
Aus der Rezension des Buches

Fred Pearce, "Land Grabbing. Der globale Kampf um Grund und Boden". Aus dem Engl. von Gabriele Gockel und Barbara Steckhan. München: Kunstmann Verlag, 2012, 400 Seiten, 22,99 €

Die Rezension ist erschienen im Heft "Zeit - Literatur Nr. 41 - Oktober 2012", S. 48-52



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Robert Domes: „Wir lassen sie verhungern“ - Interview mit Jean Ziegler

"Es gibt den strukturellen Hunger. Das ist das tägliche Massaker. Dieser Hunger ist implizit in der Unterentwicklung der Länder des Südens. Der unsichtbare Hunger, der jeden Tag Menschen vernichtet aufgrund der ökonomischen Unterentwicklung. Der Hunger, die Unterernährung und die unmittelbaren Folgen sind bei Weitem die wichtigste Todesursache auf diesem Planeten. Dann gibt es den konjunkturellen Hunger. Das ist der sichtbare Hunger. Der passiert, wenn eine Wirtschaft plötzlich implodiert durch Krieg wie in Darfur oder durch Klimakatastrophen wie jetzt am Horn von Afrika oder im Sahel-Gebiet. Das sind die sogenannten Hungersnöte. Dies erscheint dann kurz im Fernsehen. Kinder in Darfur, die sich nicht mehr auf den Beinen halten können, oder die hungernden Mütter mit halbverdorrten Kindern auf den Armen im Niger oder in Mali. Dieser konjunkturelle Hunger kommt zusätzlich zum täglichen Massaker."

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Frank Drieschner: KLIMAWANDEL - Der große Selbstbetrug

Angenommen, Deutschland würde grün. Nicht bloß ein bisschen, mit E10-Benzin für Geländewagen und Solarstromzellen auf der Schweinemastanlage, sondern richtig grün. Wir essen vegan, wir wohnen in heizungslosen Häusern, wir fahren in allerlei Ökomobilen, und wenn wir überhaupt noch fliegen, dann mit Biokerosin. Der einzige Schaden, den wir dem Klima am Ende des Jahrhunderts noch zufügen, entsteht durch Lachgas aus dem Ökodünger der Biobauern. Muss man darauf hinweisen, dass dies eine kühne Vision ist? Jahrzehntelang müsste Deutschland seinen ökologischen Umbau schneller vorantreiben, als es in der Vergangenheit je gelungen ist, über alle Regierungswechsel, Krisen und gesellschaftlichen Umbrüche hinweg. Nehmen wir dennoch an, dass unser Vorhaben gelänge, und nehmen wir weiter an, die gesamte industrialisierte Welt einschließlich der USA würde dem deutschen Vorbild folgen. Und da wir unser Vorstellungsvermögen nun ohnehin strapazieren, nehmen wir zu guter Letzt an, China und die anderen Schwellen- und Entwicklungsländer würden ihr rasantes Wachstum nur noch bis Mitte der 2020er Jahre fortsetzen, um dann desto energischer den neuen grünen Lebensstil des Westens zu kopieren. Bislang haben die Chinesen nichts dergleichen im Sinn, noch viel weniger die Entwicklungsländer, die ihnen nacheifern. Vergessen wir das für einen Moment, es soll hier nämlich nur um eine Frage gehen: Angenommen, bis zum Ende des Jahrhunderts wäre unsere ökologische Weltrevolution abgeschlossen – wie sehr würde sich die Erde dann aufheizen? Antwort: um ungefähr vier Grad. Vier, nicht zwei.

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MAJID SATTAR: Steinbrücks Wahlkampf - Der Kandidat und sein zuversichtlicher Freund

Als früherer Augsburger Juso-Chef (damals gab es dem Zeitgeist entsprechend noch Vorstandskollektive) zählte er zu den „Progressiven“, die aus ihrer grundsätzlichen Unterstützung der sozialliberalen Koalition in Bonn kein Geheimnis machten. Fäßler kannte Gerhard Schröder schon von Juso-Bundeskongressen, reiste mit Willy Brandt nach Kuba, wo er unter Mithilfe Fidel Castros Geschmack an einer bestimmten Zigarrenmarke fand, die auch der spätere Bundeskanzler bevorzugte, und freundete sich mit Rau an, über den er dann zunächst Wolfgang Clement und dann Steinbrück kennenlernte. Für beide Nachfolger Raus im Ministerpräsidentenamt war er schon als Berater in Landtagswahlkämpfen aktiv. Inzwischen hatte Fäßler, Vater von drei Töchtern, seine Nachrichtenagentur verkauft und wurde in unterschiedlichen Funktionen für den Bertelsmann-Konzern aktiv. Heute hat er seine eigene Beratungsfirma, deretwegen er seine Funktionen für Steinbrück im Informellen halten möchte.

Kommentar von Steffen Roski: Die Connection "Schröder - Bertelsmann - Steinbrück": Wer zieht hier die Strippen?

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Mittwoch, 10. Oktober 2012

THOMAS MAYER: Nur nicht zu früh jubeln - Alleingang bei Finanzsteuern in Eurogruppe löblich, aber mehr offen als gelöst

Etwas weniger deutlich wird dazugesagt, dass es vorläufig nicht viel mehr gibt als hehre Absichten, weil alle bisherigen Versuche einer Tobin-Tax in der ganzen Union von 27 Staaten komplett gescheitert sind - nicht nur weil Großbritannien und Schweden so böse sind und ein Veto einlegen. EU-Staaten ohne Euro wie Tschechien oder Polen sind skeptisch, beim heiklen Thema gemeinschaftlicher Steuern einen wichtigen Schritt zu machen - sie sagen vorläufig Nein. Und: Ein "Kernland" der Union wie Luxemburg, das an der europäischen Integration seit Jahrzehnten blendend verdient, hält sich mit Blick auf sein Finanzzentrum ebenso raus wie Irland. Der Versuch, es als Avantgarde von elf Staaten zu probieren, ist also ohnehin eine Minimalvariante.

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Elisabeth Sifton and Fritz Stern: The Tragedy of Dietrich Bonhoeffer and Hans von Dohnanyi

In truth, the Nazi chieftains’ distrust of the German people had grown as they discovered and crushed various acts of resistance—like the brave effort made in 1942–1943 by the Munich student group called the White Rose—and they knew that the surrender of the decimated German army corps in Stalingrad in February 1943 had shaken morale. At that point they decided to strike at the “traitors” in the Abwehr. On April 3 Field Marshal Wilhelm Keitel and SS Chief Heinrich Himmler placed the case against Dohnanyi and Bonhoeffer in the hands of a military prosecutor, Manfred Roeder (a favorite brute of Göring’s), who on April 5 arrested Hans in his office while others arrested Christine and Dietrich, all on suspicion of treason as well as “currency violations.” They were taken to different prisons in Berlin: Dohnanyi to the prison for officers on Lehrterstrasse, Dietrich to a military interrogation prison in Tegel, and Christine to the women’s prison in Charlottenburg.

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Dienstag, 9. Oktober 2012

Gavin Hewitt: Greece - Merkel's euro headache returns

The unions see it differently. They have called demonstrations against what they call the "neo-liberal policies of Mrs Merkel and the EU's core leadership". The radical leftist party Syriza is planning a rally against the visit. A right-wing party intends to go to the German embassy to protest the "transformation of our country into a German protectorate". The meeting is a gamble. If there is chaos it will only underline for the German public that Greece is a lost cause. Angela Merkel, however, is making a calculation. She is signalling that she wants Greece to stay in the eurozone. She has silenced German politicians who in early summer were saying a Greek exit held no fears for them.

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misik.at: Sado-Maso-Ökonomie

Diese verquere Optik allein ist ein moralischer Skandal, aber sie ist auch ökonomisch verrückt. Denn, wer jungen Leuten die Möglichkeit versagt, heute ein ordentliches Einkommen zu erzielen, der schrumpft heute die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, er schrumpft sie aber auch morgen und übermorgen. Der sorgt dafür, dass diese Volkswirtschaften noch in fünf, zehn und fünfzehn Jahren unter ihren Möglichkeiten bleiben werden. Der produziert heute eine Katastrophe, im falschen Glauben daran, dass sie morgen irgendwelche segensreichen Wirkungen entfalten wird. Aber diese segensreichen Wirkungen wird es nie geben. Wer daran glaubt, ist so vernünftig, wie jemand, der an Vodoo glaubt.

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Arno Klönne: Stifter aus Gütersloh - Bertelsmann ist "wachstumsdynamisch" unterwegs

In außerdeutsches Terrain stärker vordringen, will auch die Bertelsmann-Stiftung unter ihrem neuen Vorsitzenden Aart Jan De Geus, einem politikerfahrenen Niederländer, früher für die OECD tätig. Die Projekte sollen auf beschleunigten Effekt der "Beratung" ausgerichtet werden. Die anderen Kontinente - "Konzern und Stiftung marschieren beide dort hin, aber getrennt", erklärt Gunter Thielen, Seniorführer in der Gütersloher Spitzenmannschaft, die Dynamik-Methode. Nach dem getrennten Marschieren kommt das vereinte Schlagen, ganz zivilgesellschaftlich, das versteht sich. Ein Kampfplatz ist für die Zukunft besonders aufmerksam ins Auge gefasst: der "Education"-Markt, die Rendite aus privatwirtschaftlichem Bildungsservice. "Der Rückzug des Staates aus diesem Sektor eröffnet schnell wachsende unternehmerische Möglichkeiten", freut man sich in Gütersloh, der künftige globale Umsatz der Bildungsbranche insgesamt wird auf 1000 Milliarden Dollar jährlich geschätzt. Soziale Ungleichheit, meint De Geus, sei ein Motor für die Bildungsmaschine, für den Wunsch nach "Aufstieg durch Lernen", die Entwicklung von Bildungsbedarf also, der kommerziell gesättigt werden kann, die Kassen der Anbieter füllend.

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wolfenbuettelheute.de: Bertelsmann Stiftung - Reformkonzept für den Übergang Schule-Beruf – Ausbildungsgarantie ist finanzierbar

Mit der Bundesagentur für Arbeit und den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Branden­burg, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein arbeitet die Bertelsmann Stiftung seit drei Jahren in der Initiative „Übergänge mit System“ zusammen. Das Reformkonzept der Initiative befindet sich in der Umsetzungsphase. So erfahren in Nordrhein-Westfalen alle Schüler ab Klasse 8 künftig eine standardisierte Berufs- und Studienorientierung. Berufsvorbereitende Angebote werden neu strukturiert. In Ergänzung zum dualen System gibt es bedarfsgerecht vollzeitschulische Ausbildungsplätze mit Praktika und Kammerabschluss. Mit der Berufsqualifizierung im Hamburger Ausbildungsmodell erhalten ausbildungsreife Jugendliche ohne Lehrstelle die Garantie zum Übergang in eine betriebliche oder staatlich geförderte Ausbildung und müssen keine Warteschleifen mehr drehen.

Kommentar von Steffen Roski: Um es auf den Punkt zu bringen: Der "Reform"vorschlag der Bertelsmann Stiftung befördert, wird er denn umgesetzt, junge Menschen noch schneller in die Niedriglohnsektoren der Wirtschaft. Billiges "Humankapital" steht früher zu seiner Ausbeutung zur Verfügung.

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Erich Reimann: Bertelsmann plant Wachstumsoffensive- Der Medienkonzern will mit Milliardenaufwand internationaler und digitaler werden. Der Umsatzanteil in Schwellenländern soll verdoppelt werden.

 Der Konzernchef will Bertelsmann breiter und internationaler aufstellen. Den Umsatzanteil in den Schwellenländern China, Indien und Brasilien von heute zwei bis drei Prozent will er in den nächsten Jahren verdoppeln, das Internetgeschäft deutlich ausbauen. "Unser Ziel ist, dass Bertelsmann stärker wachsen wird, sehr viel internationaler sein wird und vor allen Dingen digital führend", sagte Rabe zu den Plänen von Vorstand, Aufsichtsrat und Eigentümer für die nächsten fünf bis zehn Jahre.

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Hans-Dieter Hey:- Feindliche Übernahme unserer Köpfe zugunsten des Kapital Gehirnwäsche durch Bertelsmann u.a.

Das Perfide daran ist auch, dass häufig die sprachlichen Mittel nicht bemerkt werden, mit denen man sich unserer Köpfe bemächtigt. Es wird beispielsweise nicht deutlich, dass es sich um die Meinung von Lobbyisten und Unternehmern handelt. Am 01.12. meldet Bertelsmann online: "Lobbygruppen verhindern wirkungsvollen Bürokratieabbau", während man selbst zu eben den Lobbyisten zählt. Schon das zeigt die Verlogenheit dieser Meinungsmacher. Unter dem Deckmantel, die bestehende Ordnung der Demokratie verteidigen zu wollen, gründet man Stiftungen und schmeichelt sich in die Köpfe ein. Das Ziel ist aber oft genau das Gegenteil, oder man verfolgt zumindest eigene Interessen. Ihre Täuschung besteht im Verschweigen der Wirklichkeit.

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Peter Nowak: Stolz auf die Reform der Bertelsmann-Stiftung - Zum 10. Jubiläum der Präsentation der Hartz IV-Reform wird kaum diskutiert, dass damit auch die Grundlagen der Krise der Eurozone begann

Unter der Überschrift "Reformmodelle in Deutschland" listet die Bertelsmann Stiftung neben der Gemeindefinanzierung in Deutschland die Hartz IV-Reform auf. Im Bericht der Stiftung heißt es in nüchterner Technokratensprache: "Die Arbeitsgruppe Arbeitslosenhilfe/Sozialhilfe richtete ihren Fokus auf die effizientere Gestaltung der steuerfinanzierten Transfersysteme für Erwerbstätige. Vorrangiges Ziel war es, die öffentlichen Haushalte durch eine schnellere und passgenauere Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu entlasten... Die Bundesregierung folgte in ihrem Gesetzesvorhaben dem Vorschlag der Arbeitsgruppe."

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Philipp von Studnitz: Bertelsmann-Party - Bunte Party für den Aufbruch

„Man bekommt richtig Lust auf eine Weltreise“, so der Kommentar der faszinierten Gäste. Mit dabei u.a. die Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble, Ronald Pofalla und Peter Ramsauer, RTL-Chefin Anke Schäferkordt und Wagner-Urenkelin und Liszt-Ur-Urenkelin Nike Wagner.

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meedia.de: Zwei Berliner Medien-Parties, zwei unterschiedliche Signale - Die VIP-Gäste von Google und Bertelsmann

Und weil Bertelsmann signalisieren will, dass man die digitale Revolution nicht so tief verschlafen hat, wie zuletzt berichtet wurde, werden Social Media VIP Reporter von dem Event berichten, werden sich "prominente Köpfe der Blogosphäre" (Sascha Lobo, Mario Sixtus) blicken lassen sowie die "Shooting-Starts der Youtuber-Szene", Y-Titty, auftreten. Auch Politiker sind natürlich geladen, doch die kommen weiter hinten in der Aufzählung, darunter Wolfgang Schäuble (CDU), Philipp Rösler, Rainer Brüderle und Daniel Bahr (FDP), Klaus Wowereit (SPD), Claudia Roth und Jürgen Trittin (Grüne).

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Don Alphonso: Julia Schramm - Ein Buchdebakel als Sieg für Bertelsmann

 Statt dessen verzichtete sie auch auf einen - inhaltlich angesichts der nicht brutalst möglichen Reaktion ihres Verlages durchaus denkbaren - direkten Dialog mit der für die Partei so wichtigen Basis. Ausser ein paar schnippischen Bemerkungen bei Twitter, die das Klima auch nicht wirklich verbesserten, gab sie den potenziellen Wählern und Parteimitgliedern bei der Süddeutschen Zeitungihre Sicht der Dinge als Opfer eines Angriffs bekannt: „Das ist eine Provokation, es geht nur darum mich vorzuführen, jetzt krakeelt eben wieder der Mob." Um danach zu erklären, sie lehne nur den „Begriff des geistigen Eigentums" ab, und nicht das Urheberrecht an sich. In der Zeit vor ihrer Wahl hatte sie sich dazu jedoch noch sehr viel negativer („ekelhaft") geäussert. Die Süddeutsche verpasste ihr für diese Publicityleistung den Titel „Promi-Piratin", und Schramm zog weiter zur „Welt", der sie erklärte, sie werde ihr Amt noch bis zum Ende durchziehen, dann die erste Reihe der Piraten verlassen und sich ihrer Promotion widmen. Wenig erstaunlich waren dazu im Netz keine Trauerbekundungen zu finden. Die Rücktrittsforderungen, die sich dann schon eher gehäuft fanden, ignorierte die ehemalige Kandidaten für den Parteivorsitz geflissentlich.

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Montag, 8. Oktober 2012

NILS MINKMAR: Zum Tod Eric Hobsbawms - Eine Klasse für sich

Wissenschaftlich gehört Hobsbawm in eine ganz eigene Kategorie, man könnte sagen, dass er mit wilder Entschlossenheit und heroischer Kühnheit eine weite Schneise schlug, die von nachfolgenden HistorikerInnen genutzt wurde - um Abzweigungen davon zu nehmen. Er hat die Kriminellen der ländlichen Unterschichten als Forschungsgegenstand etabliert, doch das einflussreichere Werk verfasste dann sein Genosse E.P. Thompson, der die Herausbildung der englischen Arbeiterklasse unter dem Prisma der Kultur beschrieb.

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Alexander Cammann: Ein Anti-Spezialist in einer Welt voller Spezialisten

Wer nach den Gründen von Hobsbawms unerschütterlichem Antikapitalismus fragt, stößt unweigerlich auf seine Jugend, die er in seiner lesenswerten Autobiografie Gefährliche Zeiten (deutsch 2002) geschildert hat. Nach dem frühen Tod seiner Eltern in Wien lebten er und seine Schwester seit 1931 bei Verwandten in Berlin; der jüdische Schüler am Prinz-Heinrich-Gymnasium erlebt die Straßenschlachten zwischen Nazis und Kommunisten. Eric wurde Mitglied im Sozialistischen Schülerbund und erlebte begeistert die letzte kommunistische Demonstration im Januar 1933, bevor er im Frühjahr mit seiner Schwester nach England ging. Die Wirren der Weltwirtschaftskrise hatten ein demokratisches, zivilisiertes Land erst in Massenarmut und dann in den Abgrund gestürzt – die liberale kapitalistische Ordnung konnte fortan für Hobsbawm keine beruhigende Perspektive mehr sein; zu offensichtlich schien ihm der Kapitalismus stets gefährdet, in Barbarei zu kippen.

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Mark Mazower: Eric Hobsbawm: the history man - 'To anyone who loves history Eric Hobsbawm's death is very sad news'

To be sure, some bits work better than others. Age of Empire remains a tour de force; no other Europeanist was at home writing about South America one minute and China the next. Age of Extremes – the volume on the 20th century suffers by comparison; what it really tells is the story that emerges more openly in his autobiography, and his political sympathies get in the way. In retrospect that is scarcely surprising and hardly worth the fuss that was made at the time.

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WILLIAM GRIMES: Eric J. Hobsbawm, Marxist Historian, Dies at 95

Although increasingly on the defensive, and quite willing to say that the great Communist experiment had not only failed but had been doomed from the start, Mr. Hobsbawm refused to recant or, many critics complained, to face up to the human misery it had created. “Historical understanding is what I’m after, not agreement, approval, or sympathy,” he wrote in his memoir.

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Andrew Rawnsley: Boris Johnson reminds Tories of what David Cameron has lost - Number 10 says it is relaxed about the mayor's speech at conference. It is as relaxed as a cat on a hot tin roof

Those of them who do admit that Boris is a problem say that at least: "There are worse rivals you could have." There's some truth in that. The mayor is not a member of the cabinet. Being detached from the government, and all the unpopular and misconceived decisions that it has made, is part of the explanation for why he is much the most popular Tory politician. To be prime minister, however, it is usually thought essential to be a member of cabinet. He is not even a member of the Commons, though if he decided to seek a seat through a byelection, with the Heathrow issue as a ready-made cause/excuse, there is more than one Conservative MP ready to step down for him. But for Mr Cameron's allies to find consolation from the mayor being in no current position to strike is to miss an essential point. The threat is not of a leadership challenge any time soon. The mayor casts a shadow over the prime minister because he allows the Conservative party to imagine how things could be different with someone else in charge. The dream might well be a delusion, but it is nevertheless a seductive fantasy for a growing number of Tories. Boris is a walking, wisecracking reminder to them and to David Cameron of what the Tory leader has lost since he moved into Number 10.

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irishtimes.com: Ireland's case for debt relief

The arguments for debt relief are persuasive at national and European levels, even if there are real difficulties in getting it agreed. Ireland faces a huge problem to achieve a primary surplus on its public income and expenditure through spending cuts and tax increases. This has to be tackled irrespective of what is done about public debt and is the principal focus of the support programme from the European Union and the International Monetary Fund. But it will not be possible to stimulate recovery and growth on the basis of a more competitive economy if the burden of debt remains. That in turn would undermine returning to the markets, in a signal the programme had failed.

Mein Blog befasst sich in einem umfassenden Sinn mit dem Verhältnis von Wissen, Wissenschaft und Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk richte ich dabei auf die Aktivitäten des Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann und der Bertelsmann Stiftung.

Freitag, 5. Oktober 2012

Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft: DGfE empfiehlt - keine Beteiligung am CHE-Ranking

Sondernewsletter DGfE Kommission für Sozialpädagogik

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


nachdem bereits die Vorstände der Deutschen Gesellschaften für Soziologie und Geschichte einen Aufruf zum Ausstieg aus dem CHE-Ranking veröffentlicht haben, ruft auch unser DGfE-Vorstand dazu auf. Die
entsprechende Stellungnahme finden Sie anbei.

Der Vorstand der DGfE-Kommission Sozialpädagogik unterstützt diesen Aufruf ausdrücklich, denn er bestätigt unsere kritisch-ablehende Haltung den Rankings und der damit verbundenen Umverteilungspolitik gegenüber - die sich ja bereits in entsprechenden Erklärungen einzelner Institute oder Fakultäten in den vergangenen Jahren in der Sozialpädagogik gezeigt hat.

In diesem Sinne bitten wir Sie, die Stellungnahme in ihren Hochschulen und Fakultäten bekannt zu geben und darauf zu drängen, entsprechende Beschlüsse herbeizuführen.

Mit kollegialen Grüßen,
Fabian Kessl


Die Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) hat die Diskussionen um die Seriosität und Bedeutung des CHE-Rankings schon länger verfolgt und fühlt sich in ihrer Skepsis durch die Stellungnahmen anderer Fachgesellschaften und Universitäten, insbesondere der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, bestärkt.  


Neben der Kritik an dem methodischen Vorgehen zur Gewinnung der Daten für das CHE-Ranking erachten wir als hochproblematisch, Verallgemeinerungen auf der Grundlage der gewonnenen Daten so einfach mit einem Ampelsystem durchzuführen und diese Art von Rankings als eine ausreichende Grundlage für Entscheidungen von jungen Menschen für ein bestimmtes Studienfach zu verstehen. Darüber hinaus sieht die DGfE fachspezifische Probleme. Zum einem ist die hohe Lehrbelastung in den erziehungswissenschaftlichen Studiengängen zu berücksichtigen; die Lehrerbildung verlangt einen hohen Betreuungsaufwand. Dies belastet 
fast alle Lehrenden der Erziehungswissenschaft zeitlich sehr stark und erschwert daher das Engagement für die Forschung. Zum anderen wird in dem CHE-Ranking nicht zwischen den erziehungswissenschaftlichen Hauptfachstudiengängen mit ihren jeweiligen Schwerpunkten und dem Lehramtsstudium unterschieden. An 
vielen Hochschulen wird entgegen den Empfehlungen der DGfE die Lehrerbildung weniger forschungsorientiert betrieben. Nicht zu Letzt wird das CHE-Ranking der spezifischen Personalstruktur an vielen erziehungswissenschaftlichen Instituten bzw. Fachbereichen nicht gerecht, indem einerseits nicht dezidiert unterschieden wird zwischen Stellen, die in Forschung und Lehre angesiedelt sind und jenen, die 
reine Lehraufgaben haben, wie letzteres bei vielen  Stellen aus dem Hochschulpakt der Fall ist, und andererseits zwischen befristeten und unbefristeten Personen, denen jeweils ganz unterschiedliche Aufgaben in Forschung, Lehre und Wissenschaftsmanagement aufgetragen sind. Eine differenzierte Sichtweise würde 
deutlich machen, dass das Studienfach komplexer ist als dies in Rankings mit ausgewählten Daten präsentiert wird.  


Die DGfE empfiehlt aus den genannten Gründen den erziehungswissenschaftlichen Instituten bzw. Fachbereichen in Deutschland einen Ausstieg aus dem CHE-Ranking, ähnlich wie dies auch andere Fachgesellschaften getan haben. Zugleich ist der Vorstand der DGfE bereit, an einer Verbesserung des CHE-Rankings mitzuwirken, wird aber zugleich an einer verbesserten und der Situation des Faches 
angemessenen Repräsentation der verschiedenen Hochschulstandorte arbeiten, um den an der Erziehungswissenschaft und ihren unterschiedlichen Teildisziplinen sowie an einem Lehramtsstudium interessierten jungen Menschen eine qualifizierte Entscheidungsgrundlage zu geben.  

Anprechpartner_in: 
Prof. Dr. Stefan Aufenanger (aufenang@uni-main.de) 
Prof. Dr. Sabine Reh (sabine.reh@tu-berlin.de) 
Prof. Dr. Werner Thole (wthole@uni-kassel.de)

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leistungsschutzrecht.info: IGEL - Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht

Pro Ein eigenes Leistungsschutzrecht ist nötig, damit sich die Presseverlage gegen die massenhaften Rechtsverletzungen im Internet wehren können Contra Die Rechtsverfolgung zu erleichtern ist keine Rechtfertigung dafür, ein Monopolrecht zu schaffen Im Internet findet täglich massenhafter Rechtsbruch statt (Döpfner). „Ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger ist überfällig, um die gemeinsame Leistung von Journalisten und Verlegern angesichts millionenfacher unkontrollierter Vervielfältigungen durch Dritte wirksam schützen zu können.” (BDZV). Dagegen, ein Leistungsschutzrecht einzuführen, um den Presseverlagen die Rechtsdurchsetzung zu erleichtern, sprechen maßgeblich zwei Gründe: Zum einen ist schon nicht belegt, dass die Presseverlage über das normale Maß Probleme mit Rechtsverletzungen haben. Zum anderen würde das bedeuten, „mit Kanonen auf Spatzen zu schießen”. Um die Rechtsdurchsetzung zu erleichtern, sind rechtliche Maßnahmen möglich, die weit weniger Kollateralschäden und Eingriffe in die Rechte Dritter nach sich ziehen.

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bundestag.de: Petition 35009 - Urheberrecht - Ablehnung des Leistungsschutzrechts für Presseverlage vom 16.08.2012

 Der Bundestag wird aufgefordert, ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage grundsätzlich abzulehnen und insbesondere die geplante Ergänzung des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) um die Paragraphen §87e, §87f, §87g und §87h gemäß Entwurf eines Siebenten Gesetzes zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes vom 27.07.2012 ersatzlos zu unterlassen.

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The Herald: China syndrome challenges our top universities

t is this that is being reflected in the tables: the universities of the Far East appear to be rising through the ranks largely because they started at a lower base than the more established UK institutions. But this educational change does reflect an economic one: the economies of the Far East have been spending big on university education at a time when the recession-hit West has been looking for cuts. The world economy's tectonic plates are shifting and the relative place of universities is starting to reflect it.

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Donnerstag, 4. Oktober 2012

Steffen Roski: Sarrazinismus als Syndrom der deutschen Gegenwartsgesellschaft - Trendsetter Bertelsmann

Der Erfolg von Bertelsmann beruht nicht zuletzt auf der doppelten Fähigkeit, sich an gegebene Akkumulationsbedingungen anzupassen, diese aber auch im Sinne selbst gesetzter ›Trends‹ zu modifizieren. Ein zentrales Instrument des Konzerns dabei ist die Bertelsmann Stiftung, der über drei Viertel der Anteile der AG gehört. Mit einem Jahresetat von 60 bis 100 Millionen Euro steuerbegünstigt ausgestattet, verfügt die Stiftung über wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie weit verzweigte Kontaktnetzwerke in Politik, Bürokratie, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Die Bertelsmann Stiftung ist für die AG das, was einem Chemiekonzern beispielsweise eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist. Dem Gütersloher Medien- und Dienstleistungskonzern dient sie vor allem dazu, Gegenwartstrends zu erspüren und auf der Grundlage wissenschaftlicher Expertisen mittel- und langfristig selbst gesellschaftlich-politische Entwicklungen mitzubestimmen.

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Walter Hollstein: Vom Singular zum Plural - Männlichkeit im Wandel - Essay

Ein weiteres Beispiel ist die offizielle Darstellung geschlechtsspezifischer Gewalt: Danach sind grundsätzlich Frauen die Opfer gewalttätiger Männer. Die Realität zeigt hingegen, dass Frauen, legt man einen weiten Gewaltbegriff zugrunde, in gleichem Maße gewalttätig sind: In einer jüngeren Befragung erwiesen sich 34,5 Prozent der Männer und 30,4 Prozent der Frauen als gewaltaktiv, wobei Männer stärker zu (sichtbarer) physischer Gewalt tendieren und Frauen zu (unsichtbarer) Kontrollgewalt und verbaler Gewalt. Auch die Opfererfahrungen halten sich die Waage: 41 Prozent der Frauen und 45 Prozent der Männer gaben an, schon einmal Opfer von Gewalt geworden zu sein. Von Partnergewalt zeigten sich beide Geschlechter mit etwa 20 Prozent gleichermaßen betroffen.[23] Der Soziologe Jens Alber führt weitere Beispiele an und spricht zusammenfassend von "Doppelstandards der Gleichstellung“, die zunehmend bewirkten, dass Männer ignoriert oder diskriminiert werden.

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Michael Meuser: Entgrenzungsdynamiken - Geschlechterverhältnisse im Umbruch

Während die männliche Dominanz in Führungspositionen weiterhin auffällig ist, erfährt das Feld der Erwerbsarbeit in jüngerer Zeit in anderer Hinsicht Umbrüche, deren Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis bereits in Ansätzen sichtbar sind. Infolge der zunehmenden Flexibilisierung der Märkte und der gesetzlichen Deregulierungen des Arbeitsmarktes löst sich das sogenannte Normalarbeitsverhältnis auf, das durch eine weitgehende Arbeitsplatzkontinuität und soziale Sicherung geprägt ist. Eine diskontinuierliche Erwerbsbiografie, ein häufiger Wechsel zwischen Phasen der Vollbeschäftigung, Arbeitslosigkeit, Teilzeitbeschäftigung und Minijobs, wird für immer mehr Beschäftigte zu einem realistischen Szenario. Ein großer Teil typischer Frauenarbeitsplätze war immer schon mehr oder weniger von diesen Bedingungen gekennzeichnet. Neu ist, dass dies eine geschlechterübergreifende Normalität zu werden beginnt, die in wachsendem Maße auch die Erwerbslage von Männern kennzeichnet.

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Thomas Gesterkamp: Für Männer, aber nicht gegen Frauen - Essay

Ein anderes Beispiel: Um das Thema "neue Väter“ zu diskreditieren, spielen manche Frauen die Zahl der Männer in Elternzeit herunter. Von "Mitnahmeeffekten“ oder einer "Vater Morgana“ ist die Rede, begleitet von skeptischen Zwischenrufen wie "Elchjagd“ oder "Fußballweltmeisterschaft“. Diese wollen darauf hinweisen, dass Männer in Skandinavien (von dort stammt die Idee der Väterzeit) ihre "Papamonate“ statistisch betrachtet häufig im Sommer nehmen. Doch was ist dagegen zu sagen? Wenn Männer glauben, sich mehr als ein paar Monate berufliche Auszeit nicht leisten zu können, warum sollten sie diese Pause dann im Januar bei Schnee und Eis machen? Und kann es nicht durchaus engagierte Väterlichkeit sein, mit seinem Sohn oder seiner Tochter zusammen ein Fußballspiel anzuschauen?

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Rainer Rother: Filmkanon - Panzerkreuzer Potemkin

"Panzerkreuzer Potemkin" ist dabei das Beispiel der in den 20er Jahren in der jungen Sowjetunion aufblühenden Filmkunst, die als russischer Revolutionsfilm berühmt wurde. Die Oktoberrevolution von 1917 wurde zwar erst mit den Zehnjahresfeiern zum Zentrum der filmischen Bemühungen um historische Stoffe. Doch die Vorgeschichte der russischen Revolution, auch andere Episoden der revolutionären Bewegungen, wie sie sich vom bolschewistischen Standpunkt aus darboten, gerieten in den Blick der jungen Regisseure, die einer neuen Gesellschaft mit filmischen Mitteln eine historische Perspektive geben wollten. Eisenstein hatte mit "Streik" (Statchka, 1925) den Anfang gemacht, Pudowkins "Mutter" (Mat, 1926), Dowshenkos "Arsenal" (1928) und Kosinzew/Traubergs "Das neue Babylon" (Nowy Wawylon, 1929) folgten.

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Maurizio Bach: Krisen und Zukunftsprobleme

Zu Beginn des zweiten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts steht die Europäische Union vor neuen, teilweise unerwarteten Herausforderungen, ohne die vorausgegangenen Erweiterungs- und Verfassungskrisen vollständig bewältigt zu haben. In der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/09 und noch mehr in der Eurokrise 2011 hat sich gezeigt, dass die Europäische Union nicht ausreichend gerüstet ist für ein internationales Krisenmanagement. Es fehlen ihr die erforderlichen Finanzmittel, um effiziente Krisenbewältigungsprogramme auflegen zu können. Erstmals wurden auch die Schwächen und Risiken der europäischen Währungsunion deutlich. Diese haben damit zu tun, dass Europa aufgrund der Heterogenität seiner Volkswirtschaften und des unterentwickelten europäischen Arbeitsmarktes, kein optimaler Währungsraum ist. Außerdem mangelt es an einer zentralen Wirtschaftsregierung auf europäischer Ebene. In globalen wie europäischen Wirtschaftskrisen erweist sich die Europäische Union somit eher als schwacher Akteur. Es dominieren die Einzelstaaten, die bemüht sind in erster Linie die Ursachen und Folgen der ökonomischen Krisen auf nationaler Ebene und im Interesse der eigenen Volkswirtschaften zu bekämpfen. Das ist Ausdruck eines langfristigen Trends zur Abnahme der Integrationskraft der Union und zum Einflussgewinn nationaler Präferenzen selbst in der Europäischen Union. Bereits die »historischen« Entscheidungen zur Verwirklichung der Währungsunion und zur Einführung des Euro sowie für die EU-Osterweiterung, ganz zu schweigen von den Entwicklungen in der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, wurden in erster Linie von den Regierungen der Mitgliedstaaten initiiert und umgesetzt. Das führte zu einem tendenziellen Machtverlust der supranationalen Kommission.

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