Dienstag, 17. Februar 2015

Steffen Roski: Republik der Plagiatoren

Die Relation ist einfach und klar: Je höher positioniert ein Plagiator, desto überregionaler seine Medienpräsenz. Weitgehend unbeachtet bleiben dagegen die Plagiatsfälle auf den mittleren und unteren Ebenen der Sozialstruktur. Und: Wie viele manipulierte Doktorgrade gibt es eigentlich noch im Lande? Bei der akademischen Manipulation handelt es sich keineswegs um ein Kavaliersdelikt. Für viele Karrieren bedeutete der Doktorgrad gleichfalls das Eintrittsbillet in gut bezahlte öffentliche und öffentlich-rechtliche Positionen. Es bedarf hier m.E. einer Art "Wahrheitskommission". Folgende Ansage könnte gemacht werden: Jeder, der sich unlauterer Methoden bei der Abfassung seiner Dissertation bediente, erhält die Möglichkeit, dies von der Kommission überprüfen zu lassen. Kommt diese zu dem Schluss, dass der akademische Grad auf den tönernen Füßen des Plagiats steht, ist für den Manipulateur eine empfindliche Buße in fünfstelliger Höhe fällig. Wessen Dissertation sich nach der zweijährigen Eingabefrist als Plagiat erweist, weil sie etwa auf Grund einer Anzeige oder Stichpunktüberprüfung sich als manipuliert erweist, wird ohne Ansehen der Person von seiner Position entfernt. Ich stelle einfach einmal die Vermutung in den Raum, dass dann mancher Schulleitersessel und Bürokratenstuhl zu wackeln begänne.

http://www.focus.de/politik/deutschland/plagiatsvorwurf-bestaetigt-staatssekretaer-dippel-verliert-doktortitel-einspruch-angekuendigt_id_4482015.html

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